Auf ein Wort Mariä Himmelfahrt

Autor/Autorin

  • Bernhard Stecker

Mitte August, die Ferienzeit geht schon so langsam zu Ende, der Sommer hat auch schon seinen Höhepunkt überschritten, auch wenn es immer wieder warm werden kann in dieser Zeit. Denn es ist auch noch nicht Herbst, ganz klar. Und mitten in dieser End-Sommer-Zeit, am 15. August, also nächsten Dienstag, feiert die katholische Kirche das Fest Mariä Himmelfahrt, eine Art kleines Erntedankfest in der katholischen Welt.

Dieses Fest kennt unterschiedliche Traditionen: Bei uns in St. Johann und in vielen anderen Kirchen werden Dienstag Kräuter gesegnet, in Vechta feiern sie in diesen Tagen den Stoppelmarkt und in Italien ist Mariä Himmelfahrt mindestens so wichtig wie Weihnachten. Tatsächlich sind ja auch schon viele Felder abgeerntet und nur noch Stoppeln drauf, woher das Fest in Vechta ja seinen Namen hat. Und auch wenn noch nicht alle Früchte reif sind, ist es doch auch Anlass, Dank zu sagen für das, was die Erde uns schenkt, was Gott uns schenkt.

Das Fest selber, Mariä Himmelfahrt, bezieht sich auf den Tod Mariens, von der wir glauben, dass Gott sie sofort, ohne Umwege sozusagen, in den Himmel aufgenommen hat. An anderen Stellen heißt das Fest daher auch Entschlafung oder Heimgang Mariens.

Das alles sind sprachliche Bilder dafür, dass wir glauben, dass der Tod nicht nur als Abbruch und Ende des Lebens verstanden werden kann, sondern auch als Beginn eines neuen Lebens. So sehr uns auch der Abschied im Tod schmerzt - und das tut er, oft kaum erträglich -, so sehr hoffen wir auch auf das neue Leben in Gottes Gegenwart. Das große Vorbild dafür ist Maria mit ihrem Leben und Sterben und eben ihrer Himmelfahrt, ihrem Heimgang.

Und das ist auch die Verbindung zu unseren kleinen Erntedank-Feierlichkeiten an Mariä Himmelfahrt. Auch in der Natur erleben wir ein Werden und Vergehen und dann wieder ein Neu-Werden. Was für uns Früchte sind, ist für die Pflanze Weitergabe ihres Lebens. Das bedeutet nicht, dass wir Teil eines ewigen Kreislaufs wären, aus dem es kein Entrinnen gäbe.

Aber in den Vorbildern der Natur erkennen wir, was wir im Glauben zu verstehen versuchen. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringt es keine Frucht.“ So sagt Jesus es. "Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht."

Daran denke ich, in diesen Tagen Mitte August. An die Früchte der Erde, aber mehr noch an die Früchte so vieler Menschen, die sich einsetzen und eingesetzt haben, nicht selten unter Einsatz ihres Lebens. Dankbarkeit empfinde ich dafür, und Freude!

Dieses Thema im Programm: 13. August 2023, 7:40 Uhr

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