Auf ein Wort Gute Nachrichten

Autor/Autorin

  • Caritas-Pressreferentin Simone Lause

"Zuerst die gute Nachricht oder erst die schlechte?", fragen wir manchmal. Laut einer Studie in Kalifornien entscheiden sich 78 Prozent, erst die negative Botschaft erhalten zu wollen. Sie möchten die Unsicherheit loswerden, was sich dahinter verbergen könnte.

Das Verhalten ist evolutionär bedingt. Gut informiert zu sein über eine akute Gefahrenlage steigert die Chance, sich und andere zu retten. Früher war es vielleicht ein wildes Tier, das einen Menschen angegriffen hat. Heute ist es eher ein Streik, der die Pläne für den Arbeitsweg oder die Kinderbetreuung verändert. Oder die Energiekrise, die unseren Lebensalltag beeinflusst.

Viele Menschen reagieren auf negative Meldungen stärker als auf positive. Diesen Effekt haben Forscher untersucht – und weitgehend bestätigt. Das berichtet ein Team um den Kommunikationswissenschaftler Stuart Soroka von der Universität Michigan. Während die Teilnehmenden des Versuchs Nachrichtenfilme anschauten, wurde über Sensoren an den Fingern die Leitfähigkeit ihrer Haut gemessen und die Variabilität ihrer Herzfrequenz.

Das Ergebnis: Durchschnittlich variierte die Herzfrequenz der Probanden stärker, während sie negative News schauten. Auch die Änderungen in der Leitfähigkeit der Haut waren bei schlechten Nachrichten größer als bei guten.

Dabei sind schlechte Nachrichten ein echter Stressfaktor: Eine Studie nach den Bombenanschlägen beim Boston-Marathon vor relativ genau zehn Jahren hat ergeben: Menschen, die zahlreiche Medienberichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen über den Anschlag konsumierten, hatten ein höheres akutes Stresslevel als diejenigen, die den Anschlag live miterlebten.

Natürlich kann man nicht so tun, als gäbe es keine schlechten Nachrichten. Doch die Mecker-Ecke in den sozialen Netzwerken, nicht selten von undemokratisch denkenden Menschen befeuert – die können wir meiden.

Unser soziales Umfeld macht viel aus: Wir als Caritas versuchen, immer wieder positive Nachrichten zu veröffentlichen: Jemand hat dank Beratung seinen Schuldenberg oder sein Suchtproblem gelöst, durch Spenden bekommen 100 Kinder aus finanzschwachen Familien ein nagelneues Schulranzen-Set zur Einschulung oder eine Seniorin beteiligt sich an der Frühlingsbepflanzung und erlebt einen schönen Nachmittag. Einfach so.

Dieses Thema im Programm: 23. April 2023, 7:40 Uhr

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