Auf ein Wort Zukunft Kirche

Autor/Autorin

  • Pastorin Sabine Kurth

"Ich glaube nicht an die Kirche!" so fing ein Gespräch mit einer jungen Frau an. Wir waren vorher in der Kirche zu einer Taizéandacht gewesen. "Na, an die Kirche brauchst du auch nicht zu glauben. Glauben kannst du an Gott, an das, was Jesus gesagt und gemacht hat", so meine Antwort.

Ja, das tue sie auch. Sie finde auch vieles, was in der Bibel steht richtig wichtig. Für ihr Leben und das Zusammenleben mit anderen. Aber dafür brauche sie keine Kirche. Sie meinte bei all dem die Institution Kirche. Ich habe dann noch einmal nachgefragt, was sie denn an der Kirche so unglaubwürdig findet.

"Der ganze Laden ist doch so veraltet. Die Sprache, die Angebote, die Sicht auf alles kann ich nicht nachvollziehen. So eine Andacht wie eben mit neuer Musik, Zeit zum Schweigen, moderne Texte, das ist toll. Da finde ich mich wieder. Aber das gibt es viel zu wenig." Dann kam noch das Problem mit den Kirchensteuern. Wo geht denn das Geld hin? Ich habe ihr dann erzählt, was wir als Gemeinde mit den Kirchensteuern machen. Wozu die Diakonie gut ist. Welche sozialen Projekte ohne die Kirche gar nicht mehr da wären. Nachdem wir uns verabschiedet haben, habe ich noch lange über ihre Worte nachgedacht. Habe überlegt, wie die Zukunft der Kirche aussieht. Finster erstmal.

Ich kann die Frau in einigen Punkten verstehen. Ich finde die Kirche an vielen Stellen auch sehr starr, unbeweglich und veraltet. Die Menschen, die etwas zu sagen und bestimmen haben, sind meistens aus älteren Generationen. Sie haben sich eingerichtet, halten sehr an Traditionen fest. Traditionen sind wichtig, doch sie dürfen nicht den Weg in die Zukunft verbauen.

Es gibt aber bereits viele Frauen und Männer in der Kirche, die sich aufmachen und gute, moderne Ideen umsetzen wollen. Gottesdienste in anderer Form, an anderen Orten, fröhlich und bunt. Die auf Marktplätze gehen und zu Gespräche über ihren Glauben einladen. Die jetzt im Winter kurzerhand an über 60 Stellen in Bremen "Orte der Wärme" eingerichtet haben. Orte für Menschen, die sich Sorgen machten, ob sie den Winter finanziell gut überstehen. Damit sie es warm haben und nicht allein sind mit ihren Sorgen.

Und deshalb denke ich, dass die Kirche eine Zukunft hat. Wenn sie sich auf die Wirklichkeit von heute einlässt. Genau hinsieht, was gebraucht wird. Und immer wieder erzählt, was Gott mit dem eigenen Leben zu tun hat. Denn das ist zukunftsfähig.

Dieses Thema im Programm: 16. April 2023, 7:40 Uhr

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