Der Parzellist Der kleine Horrorgarten

Der Parzellist Jens Schellhass mit Haferflocken in der Hand

Der kleine Horrorgarten

Das Grauen kommt mit der Dämmerung. In Scharen strömt die Spanische Wegschnecke in die Beete. Die Suche nach Eiern ist die effektivste Lösung, um sie einzudämmen.

Bild: Radio Bremen | Schellhass

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Das Grauen unseres Parzellisten kommt mit der Dämmerung. In Scharen strömen die Spanischen Wegschnecken aus ihren Verstecken, um sich für die Nacht die besten Fressplätze zu suchen. Wer jetzt sein Gemüse nicht schützt, hat verloren. Mehr noch: Wer jetzt einen Abend in seinem Garten verbringt, hat das schleimige Grauen stets vor den Augen – oder unter den Füßen. Von alleine verziehen sich die Plagegeister nicht. Fressfeinde kennen sie nicht. Und eine Schnecke legt bis zu 400 Eier. Ihr Schleim ist so bitter, dass Igel, Kröten und Vögel daran ersticken würden.

Die hiesige Natur kann mit der Spanischen Wegschnecke nichts anfangen. Sie hat sich erst in den 1990er Jahren vermehrt bei uns angesiedelt. Dennoch lässt sich einiges gegen sie tun:
Feuchte Bretter um die Beete ziehen sie magisch an. Hier suchen sie nach ihren Fressgelagen Schutz. Wer sie absammelt, muss sie allerdings auch töten. In die Natur gebracht, würden sie dort erheblichen Schaden anrichten. Es gibt Gärtnerinnen und Gärtner, die schneiden sie durch. Manche übergießen sie mit kochendem Wasser oder mit einer Essiglösung aus 60 Prozent Essig und 40 Prozent Wasser. Nicht jeder bringt das übers Herz. Unser Parzellist und seine Familie gehören zu jener Kategorie Menschen.

Suche nach Schneckeneiern der effektivste Weg

Er hat sich entschlossen, nach den Eiern der Schecke zu suchen. Die Schnecke legt sie in Erdritzen ab, unter Regentonnen, Blumentöpfen oder losen Steinen – überall dort, wo es feucht und kühl ist. Ausgegraben und ins Trockene gelegt, hat die Brut keine Chance. Die Eier der Spanischen Wegschnecke sind eher weißlich-gelb. Die Eier der nützlicheren Gehäuseschnecken sind milchig. Weinbergschnecken zum Beispiel fressen die Gelege der Spanischen Wegschnecke.

Natürlich lässt sich auch mit der Bepflanzung das Schneckenaufkommen regulieren. Tomaten, Kartoffeln, Rote Beete, Mangold und Lauch werden in der Regel nicht von Schnecken angefallen. Um Lavendel, Rosmarin, Fingerhut und Pfingstrosen machen sie ebenso einen großen Bogen. Am besten, Sie erkundigen sich beim Gärtner Ihres Vertrauens.

Barrieren aus Wolle, Holzspänen, Stroh, Sand oder Kaffeesatz funktionieren höchstens bis zum nächsten Regen. Besser, Sie decken Ihr Gemüse mit einem Fließ ab. Dabei sollten Sie die Ränder sorgfältig mit Erde bedecken. Die Plagegeister nutzen jeden Schlupfwinkel. Bei uns haben Tüllschirmchen effektiv gewirkt, die im Sommer üblicherweise über Obstschalen gestülpt werden.

Auf Schneckenkorn haben wir in den vergangenen Jahren verzichtet. Selbst das vielfach gelobte Eisenphosphat tötet auch die nützlichen Schnecken, die sich um verrottetes Laub und die Gelege der Nacktschnecken kümmern. Und ehrlich gesagt, solange der Boden so feucht ist wie derzeit, verlassen wir mit der Dämmerung einfach den Garten. So entgehen wir dem Elend, und auf Balkonien ist es auch schön.

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