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Die größten Alben aller Zeiten "Mono" – Eine 90er-Hommage ans Vinyl

Autoren

Die 90er – das war die Dekade mit Hip-Hop, Wolfgang Petry – und… es gab auch tatsächlich richtig gute Rockmusik. Dafür stand Fury in the Slaughterhouse, eine Band die internationales Format hatte. "Mono" gilt als ihr bestes Album und enthält mit "Radio Orchid" und "Every generation got it’s own disease" zwei ihrer bekanntesten Songs.

Fury in The Slaughterhouse - Mono
Bild: RCA

Die größten Alben aller Zeiten: Fury In The Slaughterhouse - Mono

In den 90er gab auch tatsächlich richtig gute Rockmusik. Dafür stand Fury in the Slaughterhouse, eine Band die internationales Format hatte. "Mono" gilt als ihr bestes Album.

Audio vom 30. September 2021
Fury in The Slaughterhouse - Mono
Bild: RCA
Bild: RCA

Darum ist "Mono" eines der größten Alben aller Zeiten

Ein gutes Album erkennt man daran: Es steht jahrelang im Schrank, verstaubt regelrecht – und dann holt man es doch mal wieder hervor, hört es und stellt fest: Es hat nichts von seinem Zauber verloren. So ging es mir mit dem Fury-Album "Mono". Ob Rock, der richtig nach vorne geht ("Dead before I Was Born") oder Balladen, die berühren ("In Your Room"): Das lässt sich alles auch nach fast 30 Jahren noch gut hören. Verstaubt klingt da nichts, weil das Album einfach in sich geschlossen wirkt. Wenn man diese unwiderstehlichen Melodien von "Time To Wonder" und "Trapped Today, Trapped Tomorrow" im Ohr hat, stellt man schnell fest: Die Band ist auch diesmal besonders stark, wenn sie sich zurücknimmt. Die gefühlvolle, melancholische Seite ist die starke Fury-Seite. "When god goes home" oder "Friendly Fire" – das ist feinster Pop, der den Vergleich mit britischen oder amerikanischen Singer/Songwritern nicht zu scheuen braucht. Als ich das Album 1993/94 immer wieder hörte, war mir eigentlich klar: Die sechs Musiker aus Hannover sind reif für eine Weltkarriere. Sie waren dann auch tatsächlich in den USA unterwegs, aber irgendwie hat es mit dem ganz, ganz großen Durchbruch doch nicht geklappt. Keine Ahnung, woran es gelegen hat. An "Mono" jedenfalls nicht - die CD mit dem Retro-Knistern war damals übrigens einer aussterbenden Spezies gewidmet, dem Vinyl.

Fury In The Slaughterhouse
Bild: Imago | United Archives

Gut zu wissen

Produziert wurde das Album "Mono" von Jens Krause. Er war es auch, der 1987 gemeinsam mit Wolfgang Sick die legendären Peppermint Park Studios in Hannover gründete. Bei "Mono" war er auch zum ersten Co-Komponist. An eine Geschichte erinnert er sich besonders gerne zurück: "Eine Melodie, die mir im März 1992 ins Ohr kam, wäre fast in Vergessenheit geraten. Kurz vor Produktionsbeginn im September rief ich Thorsten Wingenfelder an und fragte ihn, was aus dieser Idee mit 'Radio Irgendwas' geworden ist. 'Ach', sagte er, 'da gibt es immer noch nur diese eine Melodie. Ich bin da nicht weitergekommen'." Beide meinten aber, der Versuch sei es wert, es weiter zu probieren – und zwar am besten sofort. Krause: "Gegen halb zehn kreuzte Thorsten bei mir auf, stimmte seine Gitarre zu meinem alten Klavier und wir legten los. Gegen halb zwölf dachten wir beide 'Ja, das könnte was werden'. Eine Stunde später riefen wir Kai Wingenfelder an: 'Kai, du musst vorbeikommen, wir arbeiten gerade an einer guten Nummer und brauchen dich jetzt. Bring von der Tanke noch eine Flasche Weißwein mit'. Ich denke, es war fünf Uhr morgens und "Radio Orchid" war erschaffen", erinnert sich Jens Krause.

Der Produzent lebt seit 2018 in der französischen Provence und betreibt dort sein "Capitano Studio", wo er gerade an einem Album mit vielen Musikern aus der Region arbeitet.

Die Songs

TitelDauer
The Brainsong2:26
Generation Got Its Own Disease5:28
Dead Before I Was Born3:01
Radio Orchid4:37
Waiting For Paradise4:06
Haunted Head And Heart4:54
When I'm Dead And Gone4:06
When God Goes Home4:47
Friendly Fire4:16
Hell Gets You Nowhere3:48
Money Rules3:55
In Your Room3:05
Money Junkie2:40

Fury In The Slaughterhouse: "Mono"
RCA
VÖ: 1993

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 30. September 2021, 11:45 Uhr