Die größten Alben aller Zeiten "Violator" – Als Depeche Mode die Gitarre entdeckten

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Die 80er wären ohne diese Band kaum vorstellbar: Depeche Mode. Ihr Sound war absolut stilprägend. Mit ihrem erfolgreichsten Album „Violator“ wurden sie zu einer Elektro-Rockband. „Die größten Alben aller Zeiten“ – Bernd Schleßelmann über „Violator“.

Depeche Mode Violator
Bild: Sire / Reprise
Depeche Mode Violator

Die größten Alben aller Zeiten: Depeche Mode - Violator

Die 80er wären ohne diese Band kaum vorstellbar: Depeche Mode. Ihr Sound war absolut stilprägend. Mit ihrem erfolgreichsten Album "Violator"wurden sie zu einer Elektro-Rockband.

Bild: Sire / Reprise

Darum ist „Violator“ eines der größten Alben aller Zeiten

Rock und Elektro – zwei Genres, zwei Welten. Dann kam „Violator“. Das war im März 1990. Wenn man dieses Album hört, meint man, diese beiden völlig unterschiedlichen Stile seien schon immer eins gewesen. So organisch fließen sie hier zusammen. Dafür braucht man die richtigen Leute am Mischpult – und die hatten Depeche Mode. Der damals aufstrebende Produzent Flood redete den Musikern erst einmal ihre Zweifel aus und sagte: „Wenn ihr Gitarren verwenden wollt, dann verwendet sie halt.“ So einfach ist das. Diese Impulse ergänzte der DJ Francois Kevorkian mit einer Detailversessenheit, die er bereits bei Kraftwerk unter Beweis gestellt hatte.

Depeche Mode, Bandfoto 1988
Bild: Imago | Media Punch

Aber das wäre alles nichts ohne gute Songs. Und die hatte die Band zu bieten: „Enjoy The Silence“, „Policy Of Truth“ und „World In My Eyes“ gehören zu den besten Depeche Mode-Stücken überhaupt. Gut hörbar, gut tanzbar – auch nach über 30 Jahren. Düster und mystisch waren sie immer noch, aber jetzt ließen sie sich eben auch von Pink Floyd und Led Zeppelin inspirieren. So wie in den Songs „Halo“ und „Clean“. Die Metamorphose zur Rockband war geglückt.

Gut zu wissen

Als die Depeche-Mode Fans 1989 "Personal Jesus" als Vorgeschmack auf das neue Album hörten, trauten viele ihren Ohren kaum: Denn zum ersten Mal dominierten E-Gitarren den Sound der Band. Auch inhaltlich war der Song ungewöhnlich: In dem Text kritisieren die Musiker das Geschäft mit den Fernsehpredigern, die behaupten, einen Draht zu Gott zu haben und über Telefon-Hotlines immens viel Geld verdienen. Zur Veröffentlichung des Songs gaben Depeche Mode Zeitungsanzeigen auf – mit dem Text "Your own Personal Jesus" und darunter eine Telefonnummer. Doch statt einer Telefonseelsorge bekamen die Anrufer am anderen Ende dann den Song zu hören. Der Song sei aber auch von Elvis und Priscilla Presley inspiriert gewesen, verriet Martin Gore in einem Interview. Priscilla habe nach der Scheidung gesagt, Elvis wäre ihr "own personal Jesus" gewesen, da sie jahrelang nur nach seinem Willen gehandelt habe. „Personal Jesus“ wurde ein großer Hit. So groß, dass sogar Johnny Cash ihn gecovert hat – ohne Depeche Mode um Erlaubnis zu fragen. Kein Problem. Dave Gahan sagte dazu: "Eine Legende wie er braucht das auch nicht zu tun". Die Band habe sich einfach nur geehrt gefühlt, dass Johnny Cash ihren Song spielt.

Depeche Mode
"Violator"
Mute/EMI
VÖ: 1990

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 2. Februar 2023, 11:45 Uhr

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