80. Geburtstag Mick Jagger Acht Songs für acht Jahrzehnte mit Mick – der Sound seines Lebens

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  • Melissa Kunkel

Für die einen ist er ein Symbol der freiheitsliebenden Jugend, für die anderen der grenzüberschreitende Bürgerschreck: Mick Jagger, Frontmann der Rolling Stones, Ikone des Rock. In einem Interview mit dem People Magazine aus dem Jahr 1975 sagt er: "Ich wäre lieber tot, als mit 45 Jahren noch 'Satisfaction' zu singen!" Ein Glück, dass sich diese Aussage so nicht bewahrheitet hat. Erst im vergangenen Jahr feierten die Stones ihr 60-jähriges Bandjubiläum – natürlich mit Mick auf der Bühne und "Satisfaction" auf der Setlist. Wir blicken in acht Songs auf acht Jahrzehnte seines Lebens zurück und sagen: Happy Birthday, Mick Jagger!

Mick Jagger und die Rolling Stones
Bild: Imago | Everett Collection

Song: As Tears Go By (1965)

"I sit and watch the children play, doin′ things I used to do,
they think are new, I sit and watch, as tears go by"

Mick Jagger und die Rolling Stones
Bild: Imago | United Archives International

Michael Philip Jagger, geboren am 26. Juli 1943, kommt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und wächst behütet im südenglischen Dartford auf. Sein Vater ist Sportlehrer, seine Mutter jobbt gelegentlich als Kosmetik-Beraterin. Dass aus dem kleinen Michael später einmal ein wilder "Rock Rüpel" wird, ist zu dieser Zeit noch nicht abzusehen: Während seiner Schulzeit singt er im Kirchenchor und zu seinem Abschluss hat Mick bereits ein Stipendium für die Londoner "School of Economics and Political Science" in der Tasche. Doch schon damals hört er in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne Blues und Rock’n’Roll.

Song: Waiting On A Friend (1981)

"Making love and breaking hearts, it is a game for youth,
but I'm not waiting on a lady, I'm just waiting on a friend"

Schon während der Grundschulzeit lernen sich Mick und Keith Richards kennen, verlieren sich danach jedoch für einige Zeit aus den Augen. Jahre später kommt es dann an einem Bahnsteig in Dartford zu einer schicksalhaften Begegnung. Mick steht am Gleis und wartet auf den nächsten Zug in Richtung London - unter seinem Arm klemmt eine Chuck Berry Platte, da wird Keith auf ihn aufmerksam. Die beiden erkennen sich wieder und kommen ins Gespräch – natürlich geht es um Musik. Ob sie damals schon geahnt haben, dass sie als eines der erfolgreichsten Songwriter-Duos des Rock in die Musikgeschichte eingehen werden?

Mick Jagger und die Rolling Stones
Bild: Imago | United Archives

Song: It’s Only Rock’n’Roll (1974)

"I said I know it's only rock'n roll but I like it, like it, yes, I do oh, well, I like it, yeah, I like it, I like it"

Mick und Keith werden enge Freunde. Zum Wochenende fahren sie oft gemeinsam nach London, um sich dort in den gefragtesten Clubs der Stadt Live-Musik anzuhören. Auf einem Konzert lernen sie Brian Jones kennen. Er ist Gitarrist, doch seine Band hat sich gerade aufgelöst. Die Männer verstehen sich auf Anhieb gut und gründen eine Band. Als später der Bassist Dick Taylor und der Drummer Tony Chapman dazustoßen ist die Urbesetzung der Kultband vollständig. In dieser Konstellation spielen die Rolling Stones am 12. Juli 1962 ihren ersten Live-Gig im Londoner Marquee-Club.

Song: (I Can’t Get No) Satisfaction (1965)

"When I'm ridin' 'round the world,
and I'm doin' this and I'm signin' that"

1963 übernimmt Andrew Loog Oldham das Management der Rolling Stones, die damals noch als Coverband unterwegs sind. Prompt rät Oldham zu einem Imagewechsel – immerhin gab es mit den Beatles schon eine familienfreundliche Band. Statt des "Milchbubi-Looks" sollen die Stones von nun an die "Rebell-Schiene" fahren, um die Jugend anzusprechen. Und sie sollen eigene Songs schreiben. Gesagt, getan: 1965 erscheint "(I Can’t Get No) Satisfaction" – selbst komponiert von den "Glimmer Twins" Mick Jagger und Keith Richards.

Szenefotos aus dem Rolling Stones Film: Sympathy For The Devil (1968) Regie: Jean-Luc Godard 1968
Szenefotos aus dem Rolling Stones Film: Sympathy For The Devil (1968) Regie: Jean-Luc Godard 1968 Bild: Imago | Allstar

Song: Sympathy For The Devil (1968)

"Please allow me to introduce myself,
I'm a man of wealth and taste
I've been around for a long, long year,
stole many a man's soul and faith"

Mit ihrem frischen "Rüpel-Image" schaffen es die Stones auf die großen Bühnen – und natürlich auch in die Presse! Während die Band um Mick für die Jugend zu einem Symbol der Befreiung und des Widerstandes wird, sieht die ältere Generation in den Stones den unabwendbaren Verfall jeglicher Sitte und Moral. Ihre Auftritte gelten als aggressiv und obszön. Nicht selten kommt es zu Ausschreitungen und die Polizei muss Veranstaltungen sogar räumen. Der Song "Sympathy For The Devil" kokettiert mit genau diesem Image der "Bad Boys".

Song: Tumbling Dice (1972)

"Women think I'm tasty, but they're always tryin' to waste me. Make me burn the candle right down. But, baby, baby, don't need no jewels in my crown"

Laut dem Biografen Christopher Andersen sollen rekordverdächtige 4000 Frauen Micks Charme verfallen sein, aber auch die Männerwelt scheint nicht uninteressant: Neben David Bowie soll es auch zwischen ihm und Keith Richards eine "sexuelle Unterströmung" gegeben haben. Nicht die einzige angebliche Stones-Affäre: Die Ehefrau von Mick Taylor soll ihren Mann und Mick sogar mal gemeinsam in Bett erwischt haben.

Mick Jagger und die Rolling Stones
Bild: Imago | piemags

Song: Running Out Of Luck (1985)

"Running out of luck, running out of speed, looking for some loving, yes I got the need"

Im Jahr 1985 erscheint das erste Solo-Album von Mick Jagger: "She’s The Boss". In den folgenden Jahren veröffentlicht er drei weitere: "Primitive Cool" (1993), "Wandering Spirit" (1993) und schließlich "Goddess In The Doorway" (2001). Zehn Jahre später – im Jahr 2011 – wagt Mick nochmal ein neues Projekt: Er gründet mit Joss Stone, A. R. Rahman, Damian Marley und dem Gitarristen der Eurythmics David A. Stewart die Gruppe "Superheavy".

Song: Wild Horses (1971)

"I know I've dreamed you, A sin and a lie
I have my freedom, But I don't have much time"

Im Jahr 2003 soll Mick den Ritterschlag für seine "Verdienste um die populäre Musik" erhalten. Die Ehrung sorgt für Zoff: Bei den Royals, weil Queen Elizabeth nicht besonders "amused" darüber gewesen sein soll, dass dem Rüpel-Rocker Mick eine solche Ehre zuteilwird. Und auch Keith Richards zeigt sich verärgert. Ein Rolling Stone, der zum Ritter geschlagen wird, ist für Keith ein absoluter Widerspruch. Doch Mick hat da eine andere Vermutung: "Keith wäre doch am liebsten selbst zum Ritter geschlagen worden. Das ist wie mit Kindern und Eiscreme – alle wollen ein Eis, aber nicht jeder kriegt eins."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins: 26. Juli 2023, 7:50 Uhr

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Der Mittag mit Susan Hammann

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