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Der Nachmittag mit Norbert Kuntze

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt im Interview Wie geht es der Bremer Wirtschaft nach dem Werder Abstieg?

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Werder steigt ab aus der Fußballbundesliga - das tut weh, nicht nur emotional: Der Verein wird große finanzielle Einbußen verkraften müssen. Wie die finanzielle Lage der Stadt Bremen nach dem Abstieg aussehen könnte, darüber haben Jens-Uwe Krause und Katharina Guleikoff mit Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt gesprochen.

Kristina Vogt neben der Werder-Raute (Montage)
Bild: Radio Bremen
Krause: Sie sind selber großer Werder-Fan. Wie haben Sie denn diesen schicksalsträchtigen Samstag und das 2:4 gegen Gladbach erlebt und verbracht?
Vogt: Ich bin dann irgendwie doch im Stadion gewesen und ich war nach dem Abpfiff total leer. Aber wir haben uns dann abends mit den Verantwortlichen noch zusammengesetzt und haben natürlich geguckt: Wie geht es denn jetzt weiter? Man muss sagen, ich bin natürlich im Aufsichtsrat der Bremer Weserstadion GmbH nur für den Teil verantwortlich. Die BWS – also die Bremer Weserstadion GmbH – ist gut aufgestellt. Das haben wir im letzten Jahr ganz gut hingekriegt. Und jetzt muss man natürlich gucken: Wie geht es für den Verein weiter? Und ich war erst total leer – muss ich zugeben – und am Sonntag total gefrustet. Aber gestern hatte ich mich wieder gefangen, weil es gibt ja durchaus Perspektiven.
Guleikoff: Der Abstieg ist natürlich nicht nur für das Fan-Herz schlimm, sondern natürlich auch wirtschaftlich – wir diskutieren über Millionenbeiträge. Werder ist nicht so super aufgestellt, natürlich auch Pandemie bedingt. Vergangenes Jahr hat das Land auch eine Bürgschaft für Werder Bremen – für einen Kredit entgegengenommen. Machen Sie sich denn wirtschaftlich Sorgen um den Verein.
Vogt: Also ich muss sagen im ersten Jahr oder vielleicht sogar – was natürlich niemanden hofft – in den ersten zwei Jahren ehrlich gesagt herzlich wenig. Wenn man sich mal anguckt, was irgendwie der große Wert für die Stadt ist, sind es natürlich die Auswärtsfans. Und wenn man sich diese 2. Liga anguckt – mit HSV, St. Pauli, Rostock, Dresden, Schalke, Nürnberg, Hannover, Düsseldorf. Wenn jetzt wir alle tatsächlich irgendwie einen Impfgrad haben, dass man wieder Spiele zulassen kann – Werder hat ja ein gutes Hygienekonzept und man kann digital Nachverfolgen und testen – dann haben wir eigentlich Traditionsvereine, die mehr Zuschauer mitbringen – ich meine, das klingt jetzt brutal – als zum Beispiel Wolfsburg.
Krause: Wie wird denn jetzt Bremen mit der ganzen Situation umgehen? Also, man muss ja auch irgendwie versuchen, das Ganze aufzufangen.
Vogt: Ich glaube, Werder muss sich jetzt erst einmal ganz schnell personell aufstellen und eine Klarheit schaffen: Mit wem geht es jetzt in die zweite Liga? Dazu muss man sagen, dass natürlich Werder letztes Jahr durch Corona 35 Millionen Euro Verluste hatte. Wir hoffen, dass das alles nächstes Jahr nicht mehr so ist und Werder zumindest für die 2. Liga die Hausaufgaben dahingehend gemacht hat, dass die Verträge variabel isoliert worden sind.

Sie haben jetzt 40% weniger Ausgaben, müssen Selke nicht verpflichten – natürlich auch weniger TV-Einnahmen und weniger Einnahmen durch die DFL. Aber man muss natürlich als Stadt dem Verein auch ein bisschen den Rücken stärken. Ich hab ja selber eine Dauerkarte. Die werde ich natürlich behalten und nicht zurückfordern. Wie ich erwarte, dass auch Sponsoren nicht abspringen, weil ja Werder jetzt ganz gut finanziell für die 2. Liga aufgestellt ist. Und dann muss man natürlich auch mal gucken: Kriegt man so eine Entwicklung hin, wie zum Beispiel in Bielefeld oder Frankfurt? Ich sag es mal, dass nicht nur Fans, sondern auch Unternehmen den Verein unterstützen – ohne, dass man die Werder-Werte aufgibt. Also, dass man nicht ein Investoren-Verein wird. Das sind wir ja nicht und das wollen wir auch nicht bleiben. Aber trotzdem glaube ich, haben wir eine gute Chance.

Die Liga ist stark. Das ist völlig klar. Ich glaube, neun Vereine würden sofort irgendwie von sich behaupten, sie sind Anwärter für die Top 3 in der 2. Liga. Das ist natürlich auch eine Herausforderung, aber wenn die Stadt geschlossen hinter dem Verein steht, glaube ich, kriegt man aus der Tristesse der letzten Jahre auch was Gutes gewonnen. Und genauso optimistisch muss man da einfach rangehen. Man kann ja jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken.