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Werders neuer Trainer im Interview Markus Anfang über seine Pläne für Werder und Anekdoten des Alltags

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Er ist aus Darmstadt nach Bremen gekommen, wohnt in der Nähe des Bürgerparks und soll Werder Bremen zurück in die erste Liga führen. Katharina Guleikoff und Jens-Uwe Krause hatten den neuen Trainer bei Werder Bremen Markus Anfang zu Besuch.

Werder Trainer Markus Anfang kratzt sich am Kopf und lächelt breit
Bild: Imago | Nordphoto

Werders Trainer Markus Anfang im Interview

Werder Bremens neuer Trainer Anfang spricht über seinen Umzug nach Bremen, wie seine Pläne bei Werder sind und stellt sich den Fragen des Meinungsmelders.

Werder Trainer Markus Anfang kratzt sich am Kopf und lächelt breit
Bild: Imago | Nordphoto
Bild: Imago | Nordphoto
JUK: Herr Anfang, was sagt Ihnen der Name Kuno Klötzer?
Anfang: *zögert*
JUK: Der Name sagt ihn gar nichts?
Anfang: *lacht* Erstmal nichts.
JUK: Dann helf ich Ihnen. Kuno Klötzer war 1980 in exakt derselben Situation wie Sie. Werder war gerade abgestiegen und Ritter Kuno, wie er genannt wurde, hatte den Auftrag, Werder zurück in die erste Liga zu bringen. Es hat auch alles ganz gut angefangen, bis er dann aus gesundheitlichen Gründen leider aufhören musste und Otto Rehhagel übernommen hat und Werder dann auch tatsächlich direkt wieder in die erste Liga gebracht hat. Nichts Anderes als das werden sie vermutlich auch vorhaben?
Anfang: Stimmt. *lacht* Also Otto Rehhagel hätte ich gekannt, sofort.
JUK: Ich musste Kuno Klötzer aber tatsächlich auch erstmal nachgucken. Hätte ich jetzt auch nicht aus dem Stand gewusst. Aber das ist natürlich auch ihr Auftrag. Sie sind hierhergekommen, um genau das zu schaffen.
Anfang: Also mein Auftrag ist, dass wir erst mal eine Mannschaft aufbauen. Das erst Mal das Wichtige und das Entscheidende und dass wir dann wenn wir eine Mannschaft aufgebaut haben und Wiederaufbau betrieben haben. Dann können wir auch Ziele rausgeben. Im Moment ist es halt sehr schwierig, über Ziele zu sprechen, wenn du nicht weiß, wen du zur Verfügung hast. Wir wissen alle die Rahmenbedingungen, wir wissen alle die wirtschaftlichen Voraussetzungen, die wir haben. Und wir wissen auch alle, dass Werder Bremen am letzten Spieltag abgestiegen ist, und das es eine sehr kurze Zeit war jetzt und eine nur sehr kurze Vorbereitungszeit auf das erste Spiel.
JUK: Damals, als Werder das erste Mal abgestiegen ist, da waren sie gerade sechs Jahre alt. War Fußball da überhaupt schon ein Thema für sie?
Anfang: Ja, ich hab da schon gespielt. Ich hab schon mit fünf Jahren – da musste ich, glaube ich, noch warten, bis ich sechs werde – bevor ich dann mal ein Pflichtspiel machen durfte. Und da habe ich aber schon fleißig trainiert.
Guleikoff: Sie haben es schon gesagt bei der Mannschaft weiß man ja noch gar nicht, wen man dann letztendlich hat oder wen Sie dann letztendlich haben. Das Transferfenster ist noch bis Ende August geöffnet. Jetzt ist Toprak zum Beispiel gerade zum neuen Kapitän gekürt worden. Ist es so gut, dass man weiß ist der jetzt da oder nicht? Also kann man da wirklich richtig gut anfangen zu arbeiten?
Anfang: Ja, also, für uns ist es ja auch so. Wir müssen ja auch einen gewissen Rahmen schaffen. Und den haben wir jetzt diese Woche geschaffen, weil wir auch einfach eine Struktur für uns als Mannschaft haben müssen. Auch wenn wir jetzt keinen Einfluss darauf haben, was bis zum 31.08. alles passiert. Aber wir wollten, dass die Mannschaft ihren Kapitän wählt. Und dann können wir ja auch nicht sagen: „Jetzt ein, zwei, fünf, sechs, sieben Leute raus!“, weil die ja vielleicht nicht zur Verfügung stehen. Also, wir müssen ja mit denen, die wir haben, mit denen müssen wir das auch gemeinsam anpacken. Und die Mannschaft hat ihn gewählt. Und ich finde, die Wahl ist auch eine sehr gute Wahl.
JUK: Es heißt ja immer, dass es in der zweiten Liga ruppiger zugeht. Muss man die zarten Werder Seelchen ein bisschen darauf vorbereiten?
Anfang: *lacht* Ja, es ist sicherlich ein bisschen intensiver. Was die Zweikampfhärte betrifft, wird in der ersten Liga schon vielleicht ein bisschen mehr mit taktischen Mitteln gearbeitet und vielleicht ein bisschen mehr mit Auge gearbeitet. Nur dieses Jahr ist es halt auch so, dass die zweite Liga, ja schon sehr gut aufgestellt ist. Also es wird schon eine schwierige Liga dieses Jahr.
Guleikoff: Ja genau, wir wissen es ja. Die Derbys stehen bevor: HSV, Hannover, Holstein Kiel, Sankt Pauli. Da ist einiges zu tun. Wir haben die Hörerinnen und Hörer auch gefragt, dass sie Fragen an sie stellen können. Und da sind etliche eingekommen. Fangen wir mal mit der an:

Sprachnachricht: Guten Morgen. Carsten Kluge aus Hude. Also mich interessiert, wie die Spieler den Trainer ansprechen dürfen, müssen – duzen oder siezen? Und natürlich auch in der oberen Etage, wie der Trainer damit umgeht – ob geduzt oder gesiezt wird. Das interessiert mich wohl. Dankeschön. Schönen Gruß!“

Guleikoff: Klären wir erstmal die wichtigsten Fragen: Wie werden Sie gern angesprochen?
Anfang: *lacht* Also mit der Mannschaft ist es so, dass sie „Du, Trainer“ sagen, weil „Sie“ find ich ist zu weit, zu viel Distanz und im Verein selber: „Marcus“. Also wenn jetzt ein Spieler mich irgendwo im Restaurant sieht, dann wehe der ruft quer durch den Laden: „Hallo, Trainer“. Das sollte er nicht machen. Dann lieber Marcus. *lacht*
Guleikoff: Wir haben weitere Fragen von den von den Hörerinnen und Hörern bekommen. Und der Henning, der hat eine Frage an Markus Anfang: Wie laufen denn ihre oder wie sehen Ihre Pläne aus für Werder? Es geht ja darum auch langfristig was Neues aufzubauen. Wie lange haben Sie denn vor Trainer zu bleiben? Bis der Aufstieg geschafft ist? Oder planen Sie schon die nächsten vier, fünf Jahre?
Anfang: *lacht* Das ist ja wirklich sehr weit gedacht. Also so weit denkt man als Trainer eigentlich nicht. Es ist immer so, dass du schon versuchst, eine Kaderstruktur aufzubauen. Das ist schon so. Also meine Vertragslaufzeit passt natürlich auch dementsprechend dann dazu. Aber na klar, baust du dir eine Mannschaft zusammen, mit der du dann auch am Ende erfolgreich sein willst. Und das kann mal ein halbes Jahr dauern. Das kann mal ein Jahr dauern, komm auch immer darauf an, wie die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Und die sind hier aktuell ein bisschen schwieriger.
JUK: Anders gefragt: Ist ihre Lebensgefährtin mitgekommen oder wartet die lieber erst mal ab, wie es hier läuft?
Anfang: *lacht* Aufgrund der Schule von den Kindern, ist es ein bisschen schwieriger, die Kinder dann aus dem Umfeld rauszureißen. Gerade jetzt, wo sie gegen Ende der Schulzeit sind, wo sie ihr Abitur machen, dann macht es erst mal weniger Sinn. Aber 300 Kilometer ist jetzt keine Distanz für uns.
JUK: Es gibt bei Radio Bremen ja den Meinungsmelder. Die Hörerinnen und Hörer werden dort immer um ihre Meinung gebeten. Aktuell dreht es sich um das Thema: „Werder Bremen“. Und mal sehen, wie sie die Fragen beantworten, die normalerweise eigentlich die Hörerinnen und Hörer beantworten. Es geht los mit „Wie groß oder klein ist ihre Vorfreude auf die neue Fußballsaison? Sehr groß, eher groß, mittelmäßig, eher klein, sehr klein oder dazu kann ich nichts sagen.
Anfang: Groß.
JUK: Zweite Frage beim Radio-Bremen-Meinungsmelder: Auf welchem Tabellenplatz landet der SV Werder Bremen am Saisonende der zweiten Fußball-Bundesliga?
Anfang: Krieg ich keine Antworten? *lacht* Ich hoffe, dass wir uns im oberen Drittel ansiedeln können.
JUK: Nächste Frage: Was sagen Sie zur aktuellen Zusammenstellung der Mannschaft? Daumen rauf, Daumen runter oder das kann ich nicht beurteilen.
Anfang: Jetzt kriege ich es aber. *lacht* Das habe ich schon verstanden. Aktuell ist es schwer zu beurteilen, weil wir nicht wissen, über wen wir am Ende des Tages sprechen.
JUK: Und letzte Frage: Inzwischen ist Markus Anfang Trainer des SV Werder Bremens. Was sagen Sie dazu? Eine gute Wahl. Erst mal abwarten. Florian Kohfeldt hätte bleiben sollen oder das kann ich nicht beurteilen.
Anfang: Das kann ich ja überhaupt nicht beurteilen. *lacht*
Guleikoff: Warum wollten Sie Trainer Bei Werder Bremen sein?
Anfang: Der Verein hat eine große Tradition und ich finde, dass er eine gewisse Ruhe ausstrahlt, eine Souveränität ausstrahlt. Und ich habe das Gefühl, dass man hier auch in Ruhe was entwickeln kann. Und das ist halt nicht mehr in jedem Verein möglich.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins Der Morgen, 22. Juli 2021, 7:10