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Auf ein Wort Ich lasse mir den Mund nicht verbieten

Autor/Autorin

  • Pastor Benedikt Rogge

"Ich lasse mir den Mund nicht verbieten." – Wer diesen Satz sagt, ist im Streit. Im Streit mit dem autoritären Vater, der nur seine eigene politische Meinung akzeptiert. Im Streit mit der Familie, die die rassistischen Sprüche von Onkel Konstantin auf der Geburtstagsfeier lieber überhört. Im Streit, nein: im Kampf mit Vladimir Putin, der den Protest gegen seinen Krieg mit 15 Jahren Haft bestrafen lässt. Oder mit den Mullahs im Iran, die dort unbeirrt die Unterdrückung von Frauen propagieren.

"Ich lasse mir den Mund nicht verbieten". Das ist ein mutiger Satz. Ein Satz der Freiheit. Menschen hatten und haben ihn immer wieder auf den Lippen. Darunter auch ein Mann, der eine Zeit lang in der Kirche St. Ansgarii in Bremen predigte. So wie ich das jetzt, 500 Jahre später, sonntags tue. Heinrich von Zütphen heißt er. Na gut, er hat sich förmlicher ausgedrückt: "Davon will ich nicht schweigen, bis ich den Lauf meines Lebens vollendet habe", schrieb er. Und setzte damit sein Leben aufs Spiel. Denn am 9. November 1522 hielt Heinrich von Zütphen die erste reformatorische Predigt in Bremen.

Dadurch erschütterte er die Autorität des Erzbischofs und ebnete der Reformation in Bremen den Weg. Die Bürger unserer Stadt hielten ganz überwiegend zu ihm. Erst als Heinrich Bremen 1524 verließ und nach Meldorf ging, wurde er von einem Mob von Reformationsgegnern gefangen genommen und auf einem Scheiterhaufen verbrannt. „Davon will ich nicht schweigen, bis ich den Lauf meines Lebens vollendet habe“. Wovon er nicht schweigen wollte? Vom "Evangelium". Von dem Glauben an einen Gott, der sich allen Menschen in gleicher Weise zuwendet. Weil er die Liebe ist.

"Ich lasse mir den Mund nicht verbieten." Dieser Satz ist der Urschrei unserer Meinungsfreiheit. Bei dem Bremer Reformator Heinrich von Zütphen war es nichts weniger als ein Aufschrei der Liebe

Dieses Thema im Programm: 30. Oktober 2022, 7:40 Uhr