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Nachtprogramm

Auf ein Wort Mitgefühl

Autor/Autorin

  • Simone Lause

Das Wort "Barmherzigkeit" scheint aus der Mode gekommen zu sein. Laut Duden wird es eher selten genutzt, gilt aber als gehobene Sprache. "Barmherzig" meint, dass jemand mitfühlt, Verständnis zeigt und tätig wird, wenn andere in Not sind.

Zum Glück ist es nur die Vokabel, die selten genutzt wird. Das tatsächliche "Mitfühlen" in Ausnahmesituationen ist absolut aktuell. Gut sichtbar wird dies am Verhalten der Menschen in Bremen seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine. Ohne zu zögern erklären sich viele bereit, mit anzupacken.

In der Woche nach Kriegsbeginn klingelte mein Telefon im Minutentakt. Unter anderem rief eine Frau an, die noch am Abend ein aus der Ukraine geflüchtetes Elternpaar und deren acht Kinder aufnehmen wollte – vermittelt über Bekannte, die sie im Urlaub in Polen kennengelernt hatten. Die Frau sagte, in der ersten Zeit könne die Großfamilie in Gästebetten und auf Luftmatratzen schlafen.

Manch einem mag es blauäugig vorkommen, wenn jemand so eine Entscheidung trifft, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Wie lange werden die Ukraine-Flüchtlinge bleiben? Wo können sie dauerhaft unterkommen? Wer bezahlt das? Aber der Anruferin war klar: Es geht darum, das Leben und Überleben der Geflüchteten zu sichern.

Andere spendeten an Hilfsorganisationen vor Ort oder für Soforthilfe-Maßnahmen zugunsten von Ukraine-Flüchtlingen in Bremen. Die Migrationsberatung kann mit Mitteln des Caritas-Stiftungsfonds AHoi zum Beispiel Geflüchtete unterstützen, bis öffentliche Unterstützungsleistungen beantragt und ausbezahlt werden. Wieder andere gaben Kleidung im Caritas-Zentrum ab, die kostenlos über Einrichtungen wie die Klederschnoor und die SkF-Kinderkleiderei im Schnoor verteilt wurde.

Toll ist auch das freiwillige Engagement von Menschen, die russisch sprechen. Sie können Geflüchtete bei Behördengängen begleiten, übersetzen und beim Ausfüllen der Anträge unterstützen.

Heute ist Barmherzigkeitssonntag. Das Fest hat Papst Johannes Paul II. im April 2000 eingeführt, als er die polnische Ordensfrau Faustyna Kowalska heiligsprach. Faustyna wurde 1905 geboren und war in der Kongregation der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit als Köchin, Gärtnerin und Pförtnerin tätig. Nach eigenen Angaben erhielt sie von Jesus den Auftrag, Künderin der Barmherzigkeit Gottes zu sein.

Mein besonderer Dank gilt heute entsprechend allen, die erkennen, wenn Andere ihre Hilfe benötigen und unmittelbar tätig werden. Auch wenn der Begriff verstaubt klingen mag: Die Barmherzigkeit sollte nicht in Vergessenheit geraten.

Dieses Thema im Programm: 24. April 2022, 7:40 Uhr