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Der Abend mit Katharina Mild

Auf ein Wort Ein widerständiger Geist

Autor/Autorin

  • Winfried Herzog

Ich war noch nie in der Ukraine und hatte bislang nur vage Vorstellungen von diesem Land. Ich wusste ungefähr, wo ich es geografisch verorten musste. Aber ansonsten war da fast so etwas wie ein weißer Fleck auf meiner inneren Landkarte. Das hat sich durch Putins gewaltsame Invasion in die Ukraine und seine brutale Vorgehensweise schlagartig verändert. Plötzlich sind alle Scheinwerfer der Welt auf dieses Land gerichtet. Und zum Vorschein kommen Menschen, die ihre Freiheit wirklich schätzen und bereit sind, dafür alles zu geben, sogar ihr Leben.

Mich hat von Anfang an beeindruckt, wie mutig und zupackend sie ihren russischen Besatzern entgegentreten sind. Kampferprobt ging es ihnen immer schon um Freiheit und Demokratie. Zuletzt bei den Protesten auf dem Maidan. Viele Freiwillige organisierten Suppenküchen, mobile Krankenhäuser und Straßenuniversitäten. Sie errichteten Barrikaden und sangen Lieder. Und mit ihren Autos beschützten sie Synagogen.  

Jetzt müssen diese Menschen in der Ukraine wieder kämpfen gegen einen übermächtigen Feind, der sie zu diesem barbarischen Krieg gezwungen hat. Und wieder geht es um Freiheit und Demokratie. Und wieder sind sie so unglaublich mutig, dass mir förmlich der Atem stockt. Wenn sich zum Beispiel ukrainische Zivilisten einem heranrollenden russischen Panzer unbewaffnet entgegenstellen. An vorderster Front der Bürgermeister und auf den Lippen ihre Nationalhymne. So dass am Ende der russische Panzer tatsächlich abdreht.

Oder als ein Ukrainer an einem liegengebliebenen, russischen Militärkonvoi vorbeifährt, hält er an und fragt die Soldaten freundlich: "Sind Eure Panzer kaputt?" Sie antworten: "Kein Benzin mehr." Er bietet ihnen an: "Soll ich Euch abschleppen? Zurück nach Russland?" Darüber könnte man fast schon schmunzeln, wenn es nicht so ernst wäre.

Es ist dieser widerständige Geist, der in diesen Szenen zum Ausdruck kommt. Und diese Bilder werden bleiben und weiterwirken, egal wie die Geschichte am Ende ausgeht. Insofern haben die Ukrainer in den Augen der Weltöffentlichkeit schon längst einen Sieg errungen, der ihnen niemand mehr nehmen kann.

Mich erinnert das Ganze an eine Geschichte aus dem Alten Testament, wie der Hirtenjunge David gegen den Riesen Goliath kämpft und am Ende als Sieger vom Platz geht, obwohl daran niemand geglaubt hat. David hat an seine Möglichkeiten geglaubt. Ihm war es gelungen, seine Angst in Mut zu verwandeln. So wie das viele Menschen gerade in der Ukraine tun.

Dieses Thema im Programm: 27. März 2022, 7:40 Uhr