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Auf ein Wort Sind wir noch Papst?

Autor/Autorin

  • Marc Weber

Die Schlagzeilen zum Verhalten des ehemaligen Papstes Benedikt haben mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Joseph Ratzinger war von 1977 bis 1982 Erzbischof in München. Jetzt gibt es Vorwürfe gegen ihn.

Ratzinger soll zu wenig dafür gesorgt haben, dass Priester, die durch Kindesmissbrauch straffällig geworden sind, nicht mehr in einer Gemeinde eingesetzt werden. Er hat zu diesem Vorwurf Stellung genommen und eine Verantwortung zurückgewiesen. Dabei wurde deutlich: An einer Stelle hat er einen Sachverhalt nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben. Das musste er im Nachhinein auch noch korrigieren.

Das Skandalöse ist gar nicht so sehr das menschliche Versagen, einen Sachverhalt nicht richtig wiederzugeben. Für mich ist das ein Teil menschlicher Unzulänglichkeit, die auch vor einem Papst im Ruhestand nicht Halt macht. Auf Unverständnis stößt bei mir hingegen die Unfähigkeit vieler Leitender in meiner Kirche, Verantwortung zu übernehmen. Als Kirche haben wir den Anspruch, gerade für die Kleinsten und Schwächsten da zu sein. Aber warum können die Verantwortlichen nicht zugeben, dass sie diesem Anspruch über Jahrzehnte nicht nachgekommen sind?

Ich liebe meine Kirche, ich habe ihr mein ganzes Leben verschrieben. Aber ich spüre mehr denn je, dass wir an einem Wendepunkt angekommen sind.

Jesus spricht nicht oft über Macht. Aber wenn er es tut, haben es seine Worte in sich: "Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein. Sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein."

Soweit das Evangelium. Ich glaube, wir haben in der katholischen Kirche die Worte unseres Gründers nicht einmal im Ansatz verstanden. Die Art und Weise, wie Macht in unserer Kirche verteilt ist, erinnert mehr an einen feudalen Hof als an die Worte Jesu – auch meine Rolle als Pfarrer hat noch diesen Zuschnitt: Es gibt den Experten und es gibt die einfachen Leute, die gesagt bekommen müssen, was der Glaube bedeutet.

Ich halte das für grundfalsch. Jeder Mensch hat die Autorität, sich Gottes Wort zu öffnen und ihn näher kennenzulernen. Ich träume von einer Kirche, in der die Stimmen derer gehört werden, die ihren Glauben leben wollen und nach Orientierung suchen, ohne bevormundet zu werden. Und oft frage ich mich: Gibt es Mitträumer mit mir?

Dieses Thema im Programm: 30. Januar 2022, 7:40 Uhr