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Der Samstagabend mit Sabine Szimanski

Auf ein Wort Zukunft: Traum und Wirklichkeit

Autor/Autorin

  • Simone Lause

"Guten Morgen", sagt ein Roboter. Er hilft mir, mich im Bett aufzusetzen und reicht mir den Frühstückkaffee. Per Sprachbefehl habe ich zuvor das Licht und das Radio eingeschaltet. Im Bad passen sich die Toilettenschüssel und der Spiegel an meine Körperhöhe an – und wenn ich meine Socken nicht finde, hilft mir ebenfalls der Computer mit einer Ansage.

Wie digitale Hilfen im Alter aussehen können, erfährt man im Bremer "Living Lab" an der Universität. Dort wird geforscht, gebaut und entwickelt. Immer mehr Menschen möchten im Alter zu Hause bleiben, immer seltener leben mehrere Generationen unter einem Dach, immer intensiver wird der Wettbewerb um Pflege- und Betreuungskräfte. Da trifft es sich gut, wenn man durch die Digitalisierung etwas unabhängiger wird. Einerseits.

Andererseits ist die Frage, was Digitalisierung eben nicht ersetzt: den so wichtigen individuellen, persönlichen Kontakt. Die Berührung, Wärme und Nähe von Menschen. Unerwartetes, Überraschendes, Lebendiges. Themen, die mehr in die Tiefe gehen und komplexe Fragen. Und nicht zuletzt: Christliche Werte und Moral. Die Digitalisierung hat ihre Grenzen – gesetzt durch Wissen und Fähigkeiten ihrer Entwickler.

Letztlich werden Reichtum und Qualität von Ideen darüber entscheiden, wie unsere Zukunft aussehen wird. In beruflichem Kontext hatte ich kürzlich Kontakt zum Zukunftsforscher Lars Thomsen. Es ging um einen Ausblick, wie wir in zehn Jahren leben und arbeiten.

Dabei erzählte er, wie er dazu kam, sich mit der Zukunftsforschung zu beschäftigen. Seine Mutter als Erzieherin befeuerte seine Fantasie, sein Vater als Bauingenieur mahnte zur Umsetzbarkeit eben dieser Träume.

Die gute Nachricht: Thomsen ist überzeugt, dass in jedem von uns die Gabe steckt, am Fortschritt zu mitzuwirken. Das sei eine echte Chance. Eltern und Großeltern seien gut beraten, diese Talente früh zu entdecken und zu fördern. Und wer weiß, vielleicht wird Digitalisierung in Zukunft nicht nur am Alltagsnutzen bemessen, sondern hilft in Bereichen, die wir uns aktuell noch nicht vorstellen können.

Dieses Thema im Programm: 12. Dezember 2021, 7:40 Uhr