Jetzt läuft:

Jethro Tull Shoshana Sleeping
  • Als nächstes läuft:

  • Um 19:11 Uhr läuft: David Bowie Silly Boy Blue
  • Jetzt läuft:

    Jethro Tull Shoshana Sleeping
  • Davor lief:

  • Um> 19:05 Uhr lief: The Lovin' Spoonful Do You Believe In Magic?
  • Um> 18:56 Uhr lief: Georgie Fame Sitting In The Park
  • Um> 18:52 Uhr lief: George Harrison & Jim Horn Bangla Desh
  • Um> 18:47 Uhr lief: The Beatles Think For Yourself
  • Um> 18:44 Uhr lief: The Bobbies Forever Rock'N'Roll
  • Um> 18:35 Uhr lief: The Germans Angelique
  • Um> 18:30 Uhr lief: James Brown Sex Machine
  • Um> 18:26 Uhr lief: Alan Price The House That Jack Built
  • Um> 18:22 Uhr lief: Lake & Palmer Emerson Nut Rocker

Beat-Club mit Lutz Hanker

Auf ein Wort Der heilige Martin

Autorinnen und Autoren

  • Marc Weber

Kennen Sie noch die Strophen zum Kinderlied "Ich gehe mit meiner Laterne"? Ich kann Ihnen auf die Sprünge helfen. Es geht folgendermaßen: "Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir." An dieser Stelle verlässt mich dann allerdings auch regelmäßig mein Kinderwissen und ich erinnere mich nur noch an: "Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus. Rabimmel, Rabammel, Rabumm."

Tatsächlich ist das der Text der letzten von insgesamt acht Strophen. Der Text am Ende der ersten Strophe lautet: "Ein Lichtermeer zu Martins Ehr, Rabimmel, Rabammel, Rabumm." Ich wage einmal zu behaupten, dass der Text dieser ersten Strophe den Wenigsten bekannt ist. Vielleicht ist es ja von Zeit zu Zeit gut, sich daran zu erinnern, was unser Brauchtum tatsächlich mit unserem Leben zu tun hat, um es lebendig zu halten.

Am 11. November wird des heiligen Martin von Tours gedacht. Wer war er und warum halten sich die Bräuche, wie Laternensingen, Martinsspiel und Martinsgans bis heute? Martin von Tours lebte im 4. Jahrhundert. Es war eine Zeit, in der das Christentum, ähnlich wie heute, sich gerade im Umbruch befand.

Das Christentum wandelte sich in diesen Jahren gerade von einer verfolgten Glaubensgemeinschaft zu einer staatlich geförderten Religion. Die Zeit der Verfolgungen endete und es begann eine Zeit der besonderen Bevorzugung. Christ wurde man jetzt aus allerlei Gründen, nicht mehr allein aus Überzeugung und aus persönlicher Entscheidung – nicht selten, weil es der eigenen Karriere dienen konnte.

Es war die Zeit, in der es viele Christen – Frauen wie Männer – in die Einsamkeit zog, um das Geheimnis des Glaubens neu zu entdecken. Die Zeit der Wüstenväter und -mütter begann. Auf der anderen Seite wirkte eine Glaubenseinstellung, die mir nur Vorteile verschaffte und mir nichts mehr abverlangte, auf viele abstoßend.

In dieses Klima hinein wurde Martin in eine Familie mit großer militärischer Tradition geboren. Für ihn stand die militärische Laufbahn im Grunde schon mit der Geburt fest. Martin lernte das Christentum allerdings erst als Kind kennen und begann einen Weg als sogenannter Taufbewerber. Als 15-Jähriger gehörte er schon zur Leibgarde des römischen Kaisers. Er kämpfte für Rom Schlachten im heutigen Frankreich und Deutschland.

Bald merkte er aber, dass er nicht mehr Soldat des Kaisers, sondern Soldat Christi sein wollte. Als er etwa 34 oder 35 Jahre alt war, wurde er getauft. Er zog sich nach seinem Militärdienst erst als Einsiedler zurück und gründete dann aber – als ihm zu viele Menschen folgten – das erste Kloster des Abendlandes. Später dann wurde er erst Priester und schließlich widerwillig Bischof.

Als Kind habe ich vor allem die Geschichte behalten, dass Martin für einen Bettler seinen Mantel teilt. Im Traum erkennt er, dass es Christus war, dem er eigentlich den einen Teil seines Mantels geschenkt hat. Eine schöne Geschichte. Mittlerweile steht mir in Martin allerdings ein Mann vor Augen hat, der lebenslang im Glauben gerungen hat. Ein Mann, der keinen seiner Lebensentwürfe gelten ließ, wenn er nicht sagen konnte: Hier bin ich nah bei Christus. Für so eine Person zünde ich auch heute noch gerne ein Licht an.

Dieses Thema im Programm: 14. November 2021, 7:40 Uhr