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Auf ein Wort Auf dem Friedhof

Autorinnen und Autoren

  • Marc Weber

Heute Nachmittag werde ich auf dem Friedhof in Osterholz sein. Als katholischer Priester sind für mich die ersten Tage im November immer für ein ganz bestimmtes Anliegen reserviert: für unsere Verstorbenen. Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest Allerheiligen, am 2. das Fest Allerseelen. Beide Feste gehören zusammen. Rund um diese beiden Feste gehen die Katholiken auf die Friedhöfe, um die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen segnen zu lassen. Eine schöne Tradition, wie ich finde. Uns erinnern diese Tage – Allerheiligen und Allerseelen – an zwei grundlegende Wahrheiten unseres Lebens: Jeder von uns wird einmal sterben, und wenn wir sterben, wird es allerdings nicht das Ende von allem sein. Die Bedeutung der Feste Allerheiligen und Allerseelen liegt in ihrem Ausblick über die Grenze des Todes hinaus. Was wir dort mithilfe unserer Glaubensüberzeugung sehen, ist eine Welt voller Leben, voller Freude und voller Geschöpfe, die zusammen eine große Gemeinschaft bilden.

In der Mitte dieser Gemeinschaft thront Gott selbst. Um ihn herum versammeln sich alle Heiligen und alle Seelen – so das Bild, wie es in ähnlicher Form im letzten Buch der Bibel, in der so genannten Offenbarung des Johannes, gezeichnet wird. Diese Welt der Gemeinschaft aller Heiligen und aller Seelen wird uns jedoch nicht als Idealwelt gezeigt. Was die Bibel beschreibt, ist kein Olymp der Götter oder kein Himmel der Helden.

Vor kurzem hörte ich einen schönen Satz von einem befreundeten Priester: "Heilige sind keine Helden. Helden haben eine Rüstung, Heilige hingegen sind nackt." Die Comic-Helden zum Beispiel, die derzeit die Kinos füllen, retten die Welt durch ihre Superkraft, mit der sie das Böse bekämpfen können. Schaut man in das Leben der Heiligen, dann fällt sehr schnell auf: Eigentlich waren sie die meiste Zeit ihres Lebens in Schwierigkeiten oder man sprach schlecht über sie.

Franz von Assisi wurde von seinen eigenen Verwandten für einen Spinner gehalten, der aus der Familie ausgestoßen wurde. Die Arbeit von Mutter Teresa von Kalkutta für die Ärmsten der Armen wird bis heute von namhaften Persönlichkeiten kritisiert und als unmenschlich dargestellt. Tatsächlich sind die Biographien der Heiligen nicht perfekt und tadellos. Keine Superkraft, keine Rüstung und keine glänzenden Taten machten sie heilig. Was die Heiligen zu den Menschen machte, als die sie später verehrt wurden, war ihr Gottvertrauen. Sie wurden nicht verschont von Schicksalsschlägen oder Herausforderungen – das macht sie uns ganz ähnlich. In allem aber behielten sie das Vertrauen, Gott lässt mich jetzt nicht im Stich – das macht sie für uns zu Vorbildern.

Die Heiligen erinnern uns daran, dass am Ende alles gut wird. Und sie erinnern uns daran, wenn etwas noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Wenn ich heute auf dem Friedhof bin, werde ich mich wohl selbst an diesen Punkt erinnern: Ich bin eine Seele, die unterwegs ist zu einer großen Gemeinschaft mit Gott. Und wenn ich mich unterwegs dorthin mal nackt fühlen sollte, braucht mir das keine Angst zu machen. Denn das Ende wird gut!

Dieses Thema im Programm: 7. November 2021, 7:40 Uhr