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Das Wochenende mit Ariane Wirth

Auf ein Wort Auf der Suche

Autoren

  • Winfried Herzog

Es war meine Tochter. Sie hatte mir das schmackhaft gemacht und mich eingeladen, sie einmal in ihrem Zen-Kloster in der Nähe von Straßburg zu besuchen. Im Laufe ihres Studiums hatte sie diese Oase für sich entdeckt. Irgendetwas in ihr war in Resonanz gekommen, so dass sie immer häufiger ihre Zelte in diesem Kloster aufschlug. Neugierig machte ich mich auf den Weg.

Ganz im Grünen, am Rande eines Dorfes gelegen, fiel mir als erstes die Stille und der liebevoll gestaltete Gemüse- und Heilkräutergarten auf. Im Zentrum der Anlage stand der buddhistische Tempel, gleichsam das Herz des Ganzen. Dort trafen sich mehrmals täglich die Mönche und Nonnen mit den Gästen zusammen, um in der Stille zu sitzen. Nicht mehr und nicht weniger. Begleitet von Riten und Zeremonien saßen so alle ganz still vor ihrer nackten Wand. Der Atem kommt, der Atem geht. Nichts Aufregendes. Und doch hat das eine tiefe Wirkung. Je länger ich da saß, umso intensiver erlebte ich es.

Nach ein paar Tagen fiel mir auf, dass sich hier erstaunlich viele junge Menschen aufhielten. Studentinnen und Studenten, Menschen mit kreativen Start-Up-Ideen, aber auch einige Ältere, die alle irgendwie auf der Suche sind und hier offensichtlich etwas Wertvolles und Kostbares für ihr Leben finden. Manche sagten mir, dass sie die klare und nüchterne Struktur mit den festgelegten Zeiten und Ritualen anspreche. Wieder andere meinten, dass sich durch das Sitzen in der Stille etwas in ihnen beruhigt und sie offen und empfänglich werden für etwas Größeres.

Ich war tief beeindruckt, mit welcher Neugier, Offenheit und gleichzeitiger Ernsthaftigkeit die Menschen hier unterwegs waren. Keine lästigen Diskussionen darüber, dass hier aber ganz schön früh in den Tempel gerufen wird oder dass man auch noch zweimal am Tag Samu machen muss, also Dienst für die Klostergemeinschaft. Das alles war überhaupt kein Thema. Und je länger ich da war, ging mir auf, dass diese Menschen eine Ruhe ausstrahlen und sie hier vielleicht so etwas wie eine Ahnung von einer inneren Heimat bekommen.

Zu allen Zeiten und an allen Orten sind die Menschen auf der Suche. Sie suchen nach innerer Beheimatung, nach einem Raum, der viel größer ist als das, was ich mit meinem Verstand und meinen Sinnen begreifen kann. Alle großen Religionen bieten solche oder ähnliche Wege an, die im Letzten in diese tiefe Erfahrung hineinführen. Im christlichen Kontext hat es der Kirchenvater Augustinus einmal so ausgedrückt: "Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir." Darum geht es, auch in so einem Zen-Kloster.

Dieses Thema im Programm: 10. Oktober 2021, 7:40 Uhr