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Der Mittag mit Dirk Böhling

Auf ein Wort „Gnadenvergiftung“

Autoren

  • Dr. Andreas Gautier, Stuhr-Brinkum

Am vergangenen Wochenende war ich am Samstag fast den ganzen Tag in der Kirche. Erst vier Einschulungsgottesdienste, nachmittags eine Trauung und abends Gottesdienst. So bekam ich dann mit einem Augenzwinkern den Hinweis, dass ich aufpassen solle, mir keine Gnadenvergiftung zu holen. Ich lächelte und meinte, dass ich schon aufpassen würde.

Aber geht das überhaupt? Kann man sich mit Gnade vergiften?

Bei einer Vergiftung gelangt etwas in unseren Körper, was uns Schaden zufügt. Schlangengift, giftige Pflanzen und andere künstlich hergestellte Gifte. Bei einigen geht es schneller und bei anderen langsamer. Einige sind in geringen Mengen nicht gefährlich. Eine Überdosis sollte man aber vermeiden. Gemeinsam ist ihnen, dass wir versuchen, dagegen anzukämpfen. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, damit die Folgen des Gifts keine Auswirkungen haben. Und wenn das nicht mehr zu verhindern ist, dann sollen die Auswirkungen möglichst gering bleiben. Schließlich können viele Gifte uns das Wertvollste rauben – unser Leben.

Das passt aber überhaupt nicht mit dem zusammen, was wir unter Gnade verstehen. Gnade ist im Kern etwas Gutes. Sie beschreibt die liebevolle Hinwendung Gottes zum Menschen. Die Bibel ist daher auch voll von Sprüchen wie: "Sei mir gnädig!" An den meisten Stellen geht es darum, dass wir Menschen einen Fehler gemacht haben und nun darum bitten, dass die Konsequenzen nicht so schlimm werden. Gnade lässt sich aber nicht einfordern oder einklagen. Das ist auch bei Gericht so. Während sich Richter und Anwälte an das Gesetz halten müssen, kann das Staatsoberhaupt auch eine Begnadigung aussprechen. Er oder sie ist dabei nicht an Vorgaben gebunden. Es geschieht freiwillig.

Auch Gott gibt die Gnade freiwillig an alle Menschen. Es ist sein Geschenk an uns. Damit will er deutlich machen, dass er uns liebt. Freilich ist es mit der Gnade, wie mit allen Geschenken: Wir können sie auch ablehnen. Auf diese Idee kommen die Menschen aber noch nicht lange. Über Jahrhunderte war die Sorge eher, dass man nicht genug Gnade abbekommen würde. Es galt also sicherzustellen, dass man ausreichend Gnade in sich aufnahm. An eine Überdosis war da gar nicht zu denken.

Vertragen wir im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr so viel von Gottes Liebe? Kann die Gnade Gottes heute zu einer Überdosis und einer Gnadenvergiftung führen? Ich glaube nicht. Das Gefühl, von Gott geliebt zu werden, mag sich eigenartig anfühlen. Aber wer hätte sich vor der ersten großen Liebe schon vorstellen können, wie sich Liebe anfühlt?

Dieses Thema im Programm: 12. September 2021, 7:40 Uhr