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Nachtprogramm

Auf ein Wort Ein Held mit Gottvertrauen

Autoren

  • Christof Haverkamp

Können Sie sich das vorstellen – plötzlich, innerhalb weniger Minuten alles zu verlieren, was Sie besitzen? Zahlreiche Flüchtlinge mussten das erleben und die Flutopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen müssen das auch. Möbel, Bücher, Kleider, Autos: alles weggerissen in den Wassermassen oder zurückgelassen im braunen Schlamm. Dörfer, die zerstört wirken, als habe ein Krieg gewütet. Eine schwer erträgliche, grausame Vorstellung. Und doch bittere Realität.

Manchen Menschen aus Bremen rückt dieses Schicksal sehr nahe. Marc Weber, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael im Bremer Osten, hat fast sechs Jahre in Bad Neuenahr-Ahrweiler gelebt. Er kennt aus dieser Zeit viele Flutopfer. Am vergangenen Sonntag hat er im Gottesdienst zu Spenden aufgerufen.

Trotz all der Zerstörung freut mich die breite Unterstützung durch Sachspenden und Geldspenden und es freut mich die tatkräftige Hilfe von denen, die nicht viel gefragt haben, sondern mit angepackt haben. Staatliche Gelder für die Flutopfer sind wichtig, weil es lange dauert, bis die Schäden beseitigt sind. Ganz klar: Diese Mittel brauchen die Menschen. Aber der Staat kann nicht alles allein stemmen. Ehrenamtliche Hilfe muss dazu kommen. Und wer betroffen ist, freut sich darüber.

Diese Helfer haben mich beeindruckt. Wie der Baggerfahrer Hubert Schilles, von dem ich gelesen habe. 68 Jahre alt, Geschäftsführer eines Tiefbauunternehmens. Mit seinem Bagger hat der Mann den verstopften Abfluss der Steinbachtalsperre bei Euskirchen freigeräumt und damit Leben gerettet. 18 Meter stand er unter dem Wasserspiegel. Hubert Schilles brachte sich bei dem Rettungsversuch selbst in Lebensgefahr. Wäre der Damm gebrochen, hätte er keine Chance gehabt.

Angst, so habe ich gelesen, hatte er nicht. „Wissen Sie, ich bin ein gläubiger Mensch“, sagte er in einem Interview. „Ich habe mich zwei Mal gesegnet, als ich runter gefahren bin. Du, Herr, musst wissen, was passiert, habe ich gesagt. Und ich hatte keine Angst.“

Hubert Schilles ist jemand, dem sein Glaube an Gott Kraft gegeben hat. Und auch wenn er es selbst nicht so sieht: Für mich ist er einer der Helden des Alltags. Einer, der mich schwer beeindruckt. Jedenfalls weit mehr als die Milliardäre Richard Branson und Jeff Bezos, die in Richtung Weltall gestartet sind und mit diesem Raumfahrt-Tourismus dazu noch das Klima schädigen. 1.000 Dollar pro Sekunde kostet so eine Reise – Geld, das man sinnvoller hätte verwenden können. Zum Beispiel für Flutopfer.

Dieses Thema im Programm: 25. Juli 2021, 7:40 Uhr