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Der Morgen mit Andreas Schnur und Anja Kwijas

Auf ein Wort Jung sein

Autoren

  • Pastorin Ulrike Oetken

Vor Kurzem ist meine Tochter ausgezogen. Mit 19 Jahren. Im Lockdown.
Im letzten Jahr hat sie im ersten Lockdown ihr Abitur bestanden. Eine Motto-Woche in der Schule gab es nicht, keine Abifahrt, keinen Abi-Ball, keine Partys. Immerhin eine kleine feierliche Zeugnisübergabe. Zum August wollte sie einen Freiwilligendienst antreten und mit Kindern in einer Schule arbeiten. Der Dienst wurde verschoben auf Oktober, dann auf Februar. Stattdessen gab es Online-Seminare für die ganze Gruppe der Freiwilligen. Und ein Camp in den Herbstferien war geplant. In Zelten unter freiem Himmel, wo Abstand möglich ist. Aber es musste leider ausfallen. Im Februar kam die Absage des Freiwilligendienstes. Nun musste ein anderer Plan her. Er lautet jetzt: studieren in Bremen. Denn weggehen und eine neue Stadt erobern, neue Leute kennenlernen, wird ja vermutlich nicht gehen. Hier in Bremen gibt es immerhin Familie und Freunde.

In den letzten Monaten hat sie nur ganz wenige Leute aus ihrem großen Freundeskreis getroffen. Einmal die Woche kochen sie zusammen und spielen Spiele am Küchentisch oder schauen sich einen Film an. Ihren Sport kann sie nur eingeschränkt ausüben. Jetzt geht es langsam wieder los. Wenn ich dieses Jahr vergleiche mit meinem eigenen 20. Lebensjahr und der Aufbruchstimmung, die darin lag, dann tut es mir richtig weh, dass sie diese Zeit mit so angezogener Handbremse gelebt hat. Und ich bewundere sie für ihre Geduld, ihre Einsicht, dass es nicht anders geht und dafür, dass sie nicht aufhört, sich Ziele zu setzen und sich zu freuen. Nicht nur sie, sondern auch ihre Freunde und Freundinnen.

Ich sehe aber auch, dass es schwer ist, sich zu motivieren und dass einige sehr müde und traurig sind. Der Prophet Joel aus dem Alten Testament der Bibel formulierte vor Tausenden von Jahren einen Herzenswunsch, den auch ich habe: "Und nach all diesem will ich meinen Geist ausgießen über alle Sterblichen, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure jungen Leute sollen Visionen haben".

Darauf hoffe und warte ich: auf Geist, Inspiration, Träume, die verwirklicht werden können, Visionen, die Lust zum Leben machen. Und ich hoffe, dass all diejenigen, die schon lebenserfahren sind, sich daran erinnern, wie es war, jung zu sein. Damit wir verstehen, was jungen Menschen fehlt. Auch ihnen gebührt großer Dank und Anerkennung in dieser Zeit.

Visionen und Träume aber haben große Kraft. Meine Tochter ist ausgezogen, ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Dieses Thema im Programm: 6. Juni 2021, 7:40 Uhr