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Der Morgen mit Andreas Schnur und Anja Kwijas

Auf ein Wort Ein revolutionäres Loblied

Autoren

  • Christof Haverkamp

Ich finde den folgenden Text großartig und revolutionär, und er passt in die Adventszeit genauso gut wie zum Mai. Denn in diesem Monat wird in der katholischen Kirche immer ganz besonders an Maria gedacht, die Mutter von Jesus. Maria, bis dahin eine unbedeutende junge Frau aus einfachen Verhältnissen, aufgewachsen in einer jüdischen Familie.

Maria, so steht in der Bibel, im Lukas-Evangelium, wird von ihrer schwangeren Verwandten Elisabeth besucht. Und dann singt Maria ein Loblied auf Gott. Es beginnt mit den Worten "Meine Seele preist die Größe des Herrn." Zugegeben, das klingt für uns ungewohnt, anders als unsere Alltagssprache. Lateinisch beginnt es mit "Magnificat anima mea" und nach diesem lateinischen Anfang nennt man den Lobpreis der Maria auch "Magnifikat".

Weiter heißt es: "Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen." Mit anderen Worten: ein Gott, der sich gegen die eitlen Menschen wendet und gegen alle, die ihre Macht missbrauchen. Und dann kommt: "Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen." Wie gesagt: das klingt revolutionär. Es ist ein Lob auf einen Gott, der unsere Verhältnisse geradezu umdreht.

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hält es für das leidenschaftlichste, wildeste Lied, das je gesungen wurde. In einer Predigt des Jahres 1933 verwies er darauf, dass hier nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria spricht, die wir in den Kirchen auf vielen Bildern oder als Figuren sehen. Maria preist Gott als einen Retter, der solidarisch ist mit denen, die es schwer haben. Mit den Mühseligen und Beladenen, wie es an einer anderen Stelle in der Bibel heißt. Ganz neu ist das alles nicht. Denn das Magnificat nimmt Bezug zu entsprechenden Passagen im ersten Teil der Bibel, dem Alten Testament. So verbindet dieses Loblied auch Juden und Christen.

Und es passt ebenfalls gut zum Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai. Es lautet in diesem Jahr "Solidarität ist Zukunft". Das klingt zwar etwas allgemein, ist aber im Grundgedanken völlig richtig. Solidarität ist kein Luxus, den wir uns in guten Momenten mal kurz leisten sollten. Sondern eine uralte und immer noch aktuelle Idee.

Maria macht es vor. Mit ihrem Lob auf einen Gott, der solidarisch und ein Retter ist. Und der den Unterdrückten zu ihrem Recht verhilft.

Dieses Thema im Programm: 2. Mai 2021, 7:40 Uhr