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Nachtprogramm

Auf ein Wort „Freut Euch!“

Autoren

  • Dr. Andreas Gautier

"Freut Euch, noch mal sage ich Euch: freut euch!" (In traurigem Tonfall)

Über diesen Vers aus dem Philipperbrief hörte ich vor ein paar Jahren eine Osterpredigt. Das Skurrile an der Situation war, dass der Priester seine Predigt mit diesem Vers begann und auch in genau solch einem Tonfall. Musikalisch könnte man sagen: Freude im Moll. Das passte für mich nicht zusammen. Zur Ehrenrettung muss gesagt sein, dass der Priester ein ganz ruhiger Zeitgenosse ist. Das war sein normaler Tonfall. Aber die Verknüpfung der frohen Osterbotschaft in einer traurigen Tonlage passte einfach nicht zusammen.

Und wie so vieles hat sich auch der Blick auf diese Erinnerung verändert. Das Osterfest im vergangenen Jahr und auch in diesem fühlt sich an wie "Auferstehungshoffnung in Moll". Wir sprechen von Hoffnung, spüren aber Resignation. Wir wollen Aufbruch, sind aber zu Zurückhaltung aufgefordert. Ich frage mich dieser Tage immer wieder, ob wir uns da freuen können. Was bleibt mir von der Osterbotschaft, wenn ich sie nicht feiern kann?

Ein erneuter Blick in den Philipperbrief hat meinen Horizont da weiter werden lassen. Paulus schreibt an seine Freunde in Philippi, dass er sowohl in Überfluss gelebt hat als auch mit Entbehrungen. Als er in Thessaloniki ankam, kannte er niemanden. Der einzige Kontakt waren die Briefe mit den Menschen in der Ferne. Sein ganzes Leben spielt sich also gerade auf der Moll-Tonleiter ab. Keine Freunde in der Nähe. Allein in der Fremde. Entbehrungen bei Essen, Trinken und Unterkunft.

Und dann schreibt er seinen geliebten Schwestern und Brüdern, dass sie sich freuen sollen. Sie sollen sich nicht ständig Sorgen machen. Egal wie gut oder schlecht die Lage auch gerade ist, rät er ihnen, sich auf Gott zu verlassen. Es wird schon alles gut gehen. Nur um eines bittet er sie. Was immer wahrhaft, edel und recht, was lauter, liebenswert und ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf sollen sie bedacht sein.

Genau das finde ich faszinierend. Da schreibt jemand in sozialer Isolation und mit Einschränkungen bei seiner Wohnung und den Lebensmitteln zu seinen Freunden, dass sie sich freuen wollen. Sie sollen auf die schönen Dinge im Leben achten. Auch wenn diese gerade nicht so dicht gesät sind. Man könnte sagen: Das Leben spielt in Moll. Das Herz singt in Dur. Und dann macht er seinen Freunden noch Mut, damit sie sich von der aktuellen Lage nicht unterkriegen lassen.

Und das ist für mich Ostern. Freude und Hoffnung zu sehen, wenn um einen herum noch alles auf Karfreitag deutet. Wenn die Welt noch im Trüben schwebt. Und so höre ich Paulus dieses Jahr anders, wenn er zu mir sagt: "Freut euch. Noch mal sage ich euch, freut euch."

Dieses Thema im Programm: 4. April 2021, 7:40 Uhr