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Nachtprogramm

Auf ein Wort Jesus zieht in Jerusalem ein

Autoren

  • Dr. Andreas Gautier

"Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna, Hosianna. Alle Leute fangen an der Straße an zu schreien: Hosianna, Hosianna, Hosianna." So beginnt ein bekanntes Kinder-Kirchenlied zum heutigen Palmsonntag. Das stelle man sich heute mal vor. Ein Arbeitersohn aus der Provinz kommt nach gut einem Jahr medialer Präsenz nach Bremen. An der Straße stehen Menschen, um ihn zu sehen. Kreischend stehen die Menschen dort, als er an ihnen vorbeikommt. Das kenne ich nur von Boygroups aus meiner Jugend. Bei deren Konzerten mussten immer Rettungssanitäter dabei sein, um die oft weiblichen Zuschauerinnen nach einer Ohnmacht zu betreuen.

Ich stelle mir gerade die Kattenturmer Heerstraße vor, über die ich immer nach Bremen hineinfahren. Ich frage mich, was für eine Persönlichkeit heute noch solch einen Auftritt bekommen würde. Bei den vermeintlichen Promis aus dem Fernsehen kann ich mir das nicht vorstellen. Auch bei den YouTube-Stars oder Influencern nicht. Die mögen vielleicht mehrere Tausend Follower haben. Die leben aber nicht alle in einer Stadt und würden sich wahrscheinlich auch nicht alle an die Straße stellen.

Wenn ich mir die Menschen so ansehe, denen ich in Kattenturm und Kattenesch begegne, sehe ich viele unterschiedliche Menschen: Junge und Alte, Männer, Frauen, Kinder. Große und Kleine. Der Hautfarbe nach auch aus vielen Teilen der Welt. Wollte man einen feierlichen Einzug über die Kattenturmer Heerstraße haben, müssen sich schon alle dafür interessieren.

Und ich glaube, dass das auch vor zweitausend Jahren nicht anders war. In Jerusalem lebten Menschen ganz unterschiedlicher Couleur. An Pfingsten werden wir wieder die lange Liste der Provinzen hören, aus denen die Menschen kamen, die die Straßen füllten. Wenn Jesus tatsächlich einen gefeierten Einzug in Jerusalem hatte, dann musste er es hinbekommen haben, dass alle ihn sehen wollten. Die Großen und die Kleinen. Männer und Frauen. Einwohner Jerusalems, Zugezogene, Touristen; ohne Eingrenzung auf Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Alter, sozialem Stand oder Ausbildungsgrad.

Ob das so war, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Viel wichtiger ist, dass wir aber genau das heute feiern. Jesus ist für alle Menschen nach Jerusalem gegangen. Er hat sich der Auseinandersetzung gestellt: mit den Schriftgelehrten und den Führern seines Volkes, den Führern seiner Religion. Er tat das, weil er für alle da sein will. Er will für alle kämpfen. Und er wird für alle ans Kreuz geschlagen werden.

Dieses Thema im Programm: 28. März 2021, 7:40 Uhr