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Beat-Club mit Lutz Hanker

Album der Woche Rod Stewart – auch mit 76 charmantes Raubein und sensible Seele

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Rod Stewart hat sein am 12. November erschienenes 31. Studioalbum “The Tears Of Hercules” genannt. Mittlerweile 76 Jahre alt, ist der Brite mit der rauen Stimme aus der Popwelt nicht mehr wegzudenken. Doch der Gefahr, zum eigenen Denkmal zu versteinern, entgeht Stewart, indem er unermüdlich neue Alben veröffentlicht. 

Albumcover Rod Stewart "The Tears Of Hercules"
Bild: Rhino
Albumcover Rod Stewart "The Tears Of Hercules"

So klingt Rod Stewarts Album "The Tears Of Hercules"

So klingt Rod Stewarts Album "The Tears Of Hercules"

Bild: Rhino

Beinahe mit der Präzision eines Uhrwerks haben uns in den vergangenen Jahren Rod Stewarts Alben erreicht – zuletzt 2015 ”Another Country” und 2018 ”Blood Red Roses”. Auch auf seinem aktuellen Album ”The Tears Of Hercules” ist Rod Stewart nicht nur als nach wie vor sattelfester Sänger, sondern ebenso als leidenschaftlicher Songwriter zu erleben. Immerhin neun seiner zwölf neuen Songs hat er selbst  geschrieben – meist als eingespieltes Tandem mit seinem Co-Produzenten Kevin Savigar.

Das Album regt zum Nachdenken an und es klingt gut! Man muss die Leute ja bei ihrer Vorstellungskraft packen und ihre Aufmerksamkeit erregen.

Rod Stewart

Jeder Titel seines aktuellen Albums offenbart etwas vom Charme, den Rod Stewart großzügig versprüht. In seiner ersten Singleauskopplung “One More Time“ rüttelt er verschmitzt am Zaun des Anstands, wenn es um ein „letztes Mal“ vor der Trennung geht. Mit “These Are My People“ hat er die Vorlage von Johnny Cash in eine pathetische Hymne an seine schottischen Vorfahren verwandelt. Aber so richtig übelnehmen kann man Sir Roderick seine emotionalen Grenzgänge nicht, denn sein Plan, die Menschen bei ihrer Vorstellungskraft zu packen, geht auf. 

Zuallererst einmal weiß ich, wenn ich ein Album mache, gar nicht, wie es werden und worum es darauf gehen wird.

Rod Stewart

Wohin die Reise gehen wird, weiß Rod Stewart zu Beginn der Arbeit an einem neuen Album laut eigener Aussage noch gar nicht. Die Tendenz seiner letzten Alben zeichnet sich jedoch sehr deutlich ab: Sie geben teils intime Einblicke in sein Seelenleben. Auch bei seinem aktuellen Album habe er sein Herz geöffnet und sehr persönliche Songs geschrieben, betont der Songwriter, der schon 1971 mit seinem dritten Studioalbum “Every Picture Tells A Story“ seinen Durchbruch als Solokünstler feiern konnte. Zwei seiner aktuellen Songs hat Rod Stewart seiner Ehefrau Penny Lancaster gewidmet. “Precious Memories“ rollt die gemeinsamen Erinnerungen im Doo-Wop-Stil aus. In seiner Liebeserklärung “I Can’t Imagine“ stellt der ausgelassene Sänger all die Erlebnisse seines Musikerlebens in den Schatten eines Ortes: den Platz an ihrer Seite – und zitiert dabei auch noch Shakespeares „Was ihr wollt“. Es sei in der Tat so, dass er sich ein Leben ohne seine Penny gar nicht mehr vorstellen könne, gibt der 2016 in den Adelsstand erhobene Musiker zu. Überhaupt scheint Rod Stewart sein Familienleben zu genießen, wie man auf einem äußerst fröhlichen Küchenvideo auf seinem Facebook-Account sehen kann.  

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Anders als in alten Zeiten, wenn wir Monate in einem dunklen, nasskalten Studio verbracht haben, ohne die Sonne zu sehen, können wir heutzutage alles mit unseren Laptops machen.

Rod Stewart
Sänger Rod Stewart auf der Bühne
Bild: picture alliance | empics | Matt Crossick

Einerseits schaut Rod Stewart in seinen Songs gern in die Vergangenheit zurück. So hat er sein im Glam-Rocki-Stil gehaltenes “Born To Boogie (A Tribute To Marc Bolan)“ dem bereits 1977 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Frontmann von T. Rex gewidmet. Sie seien zwar keine engen Freunde gewesen, hätten aber gemeinsam den einen oder anderen Drink genossen. Außerdem habe er Marc Bolan als Musiker ungemein geschätzt, erinnert sich Stewart.

Andererseits genießt der Sänger mit der Strubbelfrisur die Segnungen der digitalen Technik. Mit seinem Co-Autoren Kevin Savigar, mit dem er schon seit 1978 zusammenarbeitet und der bereits seine letzten drei Soloalben koproduziert hat, schickte Rod Stewart sich die Songs hin und her, bevor diese dann an seinen Drummer und an seinen Bassisten gingen. Man könne mittlerweile alles an seinem Laptop machen, schwärmt Stewart, und man brauche sich nicht mehr in einem fensterlosen Studio zu vergraben. 

Der sauberen Produktion von “The Tears Of Hercules“ ist diese räumliche Trennung jedenfalls nicht anzumerken und die Abkehr von der traditionellen Arbeit im Studio, die Rod Stewart schon seit Jahren nicht vermisst, hat es ihm erst ermöglicht, solch persönliche Songs schreiben zu können.

Wir Stewarts sind eine echte Fußballer-Parade. Schon meine Großeltern, ja sogar meine Urgroßeltern – sie alle haben Fußball gespielt und geliebt!

Rod Stewart
Sänger Rod Stewart in einem weißen Anzug
Bild: picture alliance | Yui Mok

Selbstverständlich spielt auch der Fußball wieder eine Rolle auf Rod Stewarts neuem Album. In seinem Schlusstitel “Touchline“ ergeht sich der altersmilde Musiker in sentimentalen Erinnerungen an seinen Vater, der als unermüdlicher Trainer der “Highgate Redwings“ Rod und seine beiden Brüder von der Seitenlinie aus übers Spielfeld scheuchte und dabei auch vor Schimpfkanonaden nicht zurückschreckte. Heute sei er selbst mit seinen Söhnen beim Fußball und feuere diese an, auch wenn er selbst nicht mehr aktiv spielen könne, erzählt der bekennende Celtic-Glasgow–Fan Stewart - seine Knie würden nicht mehr mitmachen.  

Zuallererst hat mich immer meine Liebe zur Folkmusik geprägt.

Rod Stewart

Genauso, wie er seine Fußballbegeisterung in die Tradition seiner Familie stellt und sie an seine Söhne weitergeben möchte, beruft sich Rod Stewart mit “The Tears Of Hercules“ gerade auch auf die Folkmusik als jenen Musikstil, der ihn neben dem Rock’n’Roll geprägt hat. So darf auch auf seinem aktuellen Album eine Geige nicht fehlen, ebenso wenig wie Dudelsackklänge.

“The Tears Of Hercules“ ist dann auch ein Album mit zwei Gesichtern. Wir erleben hier einen immer noch ausgelassenen und draufgängerischen Rod Stewart, der mit einem Geradeaus-Rock wie “Some Kind Of Wonderful“ (das Original dieser Coverversion haben 1967 die Soul Brothers Six gesungen) immer noch knackig daherkommt. Nur vier Songs später gibt es dann einen zutiefst melancholischen Sänger zu hören, der sich nicht der Tränen eines starken Mannes schämt. Er sei sich sicher, dass während des Lockdowns viele Männer die eine oder andere Träne verdrückt hätten, gibt Stewart zu Protokoll.

Gute Musik ist eben gute Musik! Deshalb habe ich auch gar nichts gegen Rap, Hip-Hop oder was auch immer. Gute Musik wird die Zeiten überdauern!

Rod Stewart

Das Wesentliche sei immer noch, schlicht und einfach für gute Musik zu sorgen, betont Stewart. Deshalb habe er auch gar nichts gegen andere Genres, denn gute Musik würde sich immer durchsetzen. Die Schönheit der Musik, die er liebe, liege für ihn in ihrem Bezug auf dieselben Akkorde und Melodien. Die Begeisterung für sein neues Album möchte Rod Stewart dann auch teilen, denn im Begleittext schreibt er - was er zuvor noch nie getan hat - dass “The Tears Of Hercules“ sein bei weitem bestes Album der letzten Jahre sei.

Ich habe doch das großartigste Leben, das ich mir überhaupt vorstellen konnte, gehabt. Mehr kann ich doch gar nicht erwarten!

Rod Stewart

Es stecke noch jede Menge Musik in ihm, das sei sicher, und gerade arbeite er an einem Swing-Album, erzählt Rod Stewart. Aber wenn sein Leben morgen schon zu Ende wäre, hätte er keinen Grund sich zu beklagen, stellt der Sänger mit der Gelassenheit des Alters fest. Er könne schließlich auf ein wirklich großartiges Leben zurückblicken und mehr habe er doch gar nicht erwarten dürfen. Es sind diese nachdenklichen Momente, die immer wieder auch auf Rod Stewarts neuem Album durchscheinen und diesen faszinierenden Kontrast zu seiner schelmischen Ausgelassenheit bilden. “The Tears Of Hercules“ – sie sind nicht nur Zeugnis sentimentaler Rückschau, sondern können ganz einfach auch Freudentränen sein. Also hoffen wir doch, dass die musikalische Geschichte von Sir Roderick David Stewart noch lange nicht auserzählt ist.

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Die Songs

TitelDauer
One More Time3:58
Gabriella3:33
All My Days3:37
Some Kind Of Wonderful3:02
Born To Boogie (A Tribute To Marc Bolan)3:43
Kookooaramabama3:43
I Can't Imagine3:35
The Tears Of Hercules4:10
Hold On4:19
Precious Memories3:59
These Are My People2:57
Touchline3:55

Rod Stewart “The Tears Of Hercules”
Warner Records
EAN: 0603497842544
VÖ: 12.11.2021

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 29. November 2021, 16:40 Uhr