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Das Wochenende mit Ariane Wirth

Album der Woche The Lathums – vier Jungs aus England beginnen die Popwelt zu erobern

Autor

Da bahnt sich vielleicht etwas ganz Großes an, denn mit ”How Beautiful Life Can Be” zeigen The Lathums, was sie musikalisch und textlich so alles drauf haben. Zwölf ausgelassen oder verträumt vor sich hin klingelnde Songs versammeln die sympathischen Briten auf ihrem am 24. September veröffentlichten Album.

The Lathums Albumcover "How Beautiful Life Can Be"
The Lathums Bild: Universal Music

So klingt The Lathums “How Beautiful Life Can Be”

So klingt das Album von The Lathums.

The Lathums Albumcover "How Beautiful Life Can Be"
The Lathums Bild: Universal Music
Bild: Universal Music

Vier dieser Lieder sind bereits 2020 auf dem Album ”The Memories We Make” erschienen, aktuell aber als 2021 Master zu hören. Das Label der Lathums, Island Records, nennt “How Beautiful Life Can Be“ nun ihren ersten vollgültigen Longplayer und bezeichnet diesen dementsprechend auch als ihr Debütalbum. Wie dem auch sei, die authentisch und spontan wirkende Musik der Lathums spricht für sich, ebenso wie die Fakten dies tun. Denn die Vinyl-Ausgabe ihres ersten Albums steht im United Kingdom auf Platz acht der meistverkauften Vinyl-Schallplatten, ihre Debüt-Tour war innerhalb von nur 30 Minuten ausverkauft, die auf 1000 Exemplare limitierte Vinyl-Edition ihres aktuellen Albums bereits am Ankündigungstag. Ihren Auftritt bei der BBC-Two-Show ”Later… with Jools Holland” haben die vier erfrischend aufspielenden Musiker auch schon absolviert. Darüber hinaus hat die BBC The Lathums auf Platz zehn ihrer Liste ”Sound Of 2021” gesetzt.

Die Anfänge der Lathums liegen in der Musikschule “The Music Projects“ in Pemberton in Wigan. Über ein dortiges Musikprojekt haben wir als Gruppe zusammengefunden und dann einfach weitergemacht.

Ryan Durrans
The Lathums
The Lathums Bild: Universal Music

Ryan Durrans, der Drummer der Lathums, hat Bremen Eins erzählt, dass die Anfänge der 2018 formierten Band in einer Musikschule auf halber Strecke zwischen Manchester und Liverpool liegen. Ihren ersten Auftritt hatten die vier Musikenthusiasten in Lathum, ganz in der Nähe ihrer Heimatstadt Wigan. Ihr damaliger Bassist hatte damals den Ortsnamen falsch ausgesprochen. Diese Version blieb in den Köpfen der Musiker hängen und mutierte schließlich zum Bandnamen. Die schweißtreibenden Gigs der Lathums in diversen Pubs, inklusive Wirtshausschlägerei, führten die vier Jungs aus der englischen Provinz schließlich nach Glasgow, Manchester und London. Nun, nach ihrer absolvierten „Beatles-in Hamburg“-Phase, wie sie selbstironisch erwähnen, stehen The Lathums mitten im Scheinwerferlicht einer mit gespitzten Ohren ihrer Musik lauschenden Öffentlichkeit.

All unsere Songideen kommen von Alex. Sie basieren auf persönlichen Erfahrungen, die er dann jeweils in eine Geschichte für seine Texte umwandelt.

Ryan Durrans

Songwriter-Mastermind der Lathums ist Leadsänger Alex Moore. Obwohl gerade erst in seinen 20ern, verarbeitet er mit Wortwitz und Empathie persönliche Erfahrungen. Seine Songs schreibt er bei sich zu Hause, mit seiner Gitarre allein im Schlafzimmer. Im Proberaum fügen seine Bandkollegen Scott Concepcion, Jonny Cunliffe und Ryan Durrans ihre Parts hinzu und machen die Songs binnen kurzer Zeit fertig für die Aufnahme. Schließlich liefere Alex ja permanent Nachschub an neuen Melodien, was für Tempo sorge, erklärt Durrans.

Jedes Lied auf diesem Album erzählt eine kleine Geschichte von Liebe und Verlust, von Glück und Traurigkeit, alles erwachsen aus persönlicher Erfahrung.

Ryan Durrans

Die Songs der Lathums kommen ungemein sympathisch rüber – ein Eindruck, der auch von den liebenswert inszenierten Musikvideos bestätigt wird. Was in diesen an ungestellt wirkenden Szenen zu sehen ist, wirft ein Licht auf die Nähe der Lathums zu ihrem regionalen Umfeld. „Wir sind doch so wie Ihr alle“, lautet die unausgesprochene Botschaft dahinter. Folgerichtig erzählen die Songs der Lathums die alltäglichen Geschichten von Liebe und Verlust, von Glück und Traurigkeit, erzählt Ryan Durrans. Doch Vorsicht, hinter den oberflächlich verträumten Versen des Titeltracks etwa kann sich ebenso gut eine Mahnung für den Erhalt unserer Umwelt verbergen und in “Fight On“ schlüpft Alex Moore sogar in die Rolle eines Résistance-Kämpfers.

Wir nutzen unser Podium und unsere Musik tatsächlich, um Frieden, Liebe, Freude und Eintracht zwischen allen Menschen zu propagieren.

Ryan Durrans

The Lathums sind so britisch wie der Cream Tea und der Linksverkehr. In ihrer Musik schimmern im Hintergrund die Beatles und der Mersey Beat. Und so vordergründig schlicht wie ihre Musik, ist auch die Botschaft der Lathums: Frieden, Liebe, Freude und Eintracht zwischen den Menschen, wie Ryan Durrans lapidar feststellt.

The Lathums
The Lathums Bild: Universal Music

Besonders abgefahren war, was wir mit dem Schlagzeug angestellt haben: Für einen Song haben wir jede Trommel einzeln aufgenommen; bei einem anderen Song haben wir Decken über das Drumset ausgebreitet.

Ryan Durrans

Bei den Aufnahmen in den Liverpooler Parr Street Studios haben The Lathums sich von den kreativen Ideen anstecken lassen, die Studiobetreiber Chris Taylor und Produzent James Skelly, Frontmann der britischen Rockband The Coral, entwickelten. Während der sich ungefähr über einen Monat erstreckenden Aufnahmesession wurde mit unzähligen Effektgeräten für Scott Concepcions Gitarren gearbeitet. Die Trommeln von Ryan Durrans wurden auch einmal einzeln aufgenommen oder das gesamte Schlagzeug mit einer Decke verhüllt. Das hat dem Quartett aus Wigan großen Spaß gemacht und dieser ist dann auch das gesamte Album hindurch spürbar.

Wir versuchen, uns von bestimmten Stilen oder Genres weitgehend fernzuhalten. Wir wollen frisch und bei uns bleiben.

Ryan Durrans

So jung, wie The Lathums sind, so musikalisch eigenständig agieren sie. Stilistische Schubladen lassen sie bewusst geschlossen. Wenn es ein Grundprinzip für ihre Musik gibt, so liegt dieses in der relativen Kürze und der klaren Struktur ihrer Songs. Als “jangly“, also von klingelnden Gitarren, sanftem Gesang und druckvollem Rhythmus geprägt, bezeichnet Drummer Durrans den Sound der Lathums. Frisch und unverkrampft klingen Englands vielleicht vielversprechendste Newcomer. Sie können aber auch härter zupacken wie in der Ska-Nummer “I See Your Ghost“ und sich in “The Redemption Of Sonic Beauty“ sogar zu quasi orchestralen Höhen aufschwingen, wie wir sie von Queen her kennen.

Für uns sind musikalische Einflüsse eher etwas Mentales. Keiner von uns hat etwas mit New-Age -Musik am Hut, sondern wir sind eher in der Vergangenheit verwurzelt.

Ryan Durrans

Sicher gibt es Bands, von denen The Lathums sich haben inspirieren lassen. Es ist aber mehr etwas Mentales, ein Wind aus der Vergangenheit, was sie antreibt. Ryan Durrans kann Musiker aufzählen, welche die einzelnen Bandmitglieder der Lathums mögen. Elvis Presley und The Smiths gehören dazu, ebenso wie die Ramones, die Rolling Stones und Led Zeppelin. Dass The Lathums der Versuchung, diese einfach nur zu kopieren, nicht erlegen sind, entpuppt sich für alle Musikliebhaber mit offenen Ohren als Glücksfall. Denn es macht einfach Spaß, diesen vier ganz normalen Jungs aus Wigan zuzuhören. Unverbraucht, unbeschwert und klar wie der Himmel im Frühling wirkt ihr Album “How Beautiful Life Can Be“. In der ungeschönten Nähe und ihrer auf Stilgrenzen pfeifenden Musik liegt wohl das Geheimnis dieser Band aus Englands Nordwesten begründet. Da bleibt den vier kreativen Musikern nur zu wünschen, dass auch weiterhin möglichst viele dieses Geheimnis für sich entdecken werden. Wie schön kann doch das Leben sein!

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Die Songs

TitelDauer
Circles Of Faith3:30
I'll Get By2:31
Fight On2:49
How Beautiful Life Can Be2:47
The Great Escape3:49
I Won't Lie2:51
I See Your Ghost2:33
Oh My Love2:23
I'll Never Forget The Time I Spent With You3:14
I Know That Much3:22
Artifical Screens5:15
The Redemption Of Sonic Beauty3:57

The Lathums “How Beautiful Life Can Be”
UMI/ Island Records EAN: 9705800107096
VÖ: 24. September 2021

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 4. Oktober 2021, 16:40 Uhr