Jetzt läuft:

The Beach Boys Fun Fun Fun
  • Als nächstes läuft:

  • Um 18:35 Uhr läuft: Pink Floyd Have A Cigar
  • Jetzt läuft:

    The Beach Boys Fun Fun Fun
  • Davor lief:

  • Um> 18:27 Uhr lief: the Mamas and the Papas I Call Your Name
  • Um> 18:24 Uhr lief: Edwin Starr War
  • Um> 18:19 Uhr lief: Barrett Strong Money (That's What I Want)
  • Um> 18:15 Uhr lief: Uriah Heep Silver Sunlight
  • Um> 18:09 Uhr lief: Status Quo Gotta Get Up And Go
  • Um> 18:05 Uhr lief: Alice Cooper Hello Hooray
  • Um> 17:55 Uhr lief: Eiffel 65 Blue (Da Ba Dee)
  • Um> 17:46 Uhr lief: David Bowie Absolute Beginners
  • Um> 17:41 Uhr lief: Bob Marley No Woman, No Cry

Beat-Club mit Lutz Hanker

Album der Woche Der Oldenburger mit Sinatra-Stimme lässt Pop im Big-Band-Sound funkeln

Autor

Jens Sörensen kann nicht nur Frank Sinatra. Auf seinem Album "POP 'N' SWING" betritt der smarte Entertainer nun die Pop-Bühne und bleibt doch der Big Band treu.

Albumcover Jens Sörensen "Pop n
Bild: Uwe Bye Musikproduktion
Albumcover Jens Sörensen "Pop n

So klingt das Album "POP 'N' SWING" von Jens Sörensen

So klingt das Album "POP 'N' SWING" von Jens Sörensen

Bild: Uwe Bye Musikproduktion

Gewinnen Sie das Album "POP 'N' SWING" von Jens Sörensen als Vinyl-LP

Da lebt einer seinen Traum – und wenn man den in Edewecht Husbäke geborenen Jens Sörensen Klassiker von Frank Sinatra wie "I Get A Kick Out Of You" oder "Fly Me To The Moon" singen hört, dann ist es klar: Dieser Traum ist Wirklichkeit geworden. Seit 2005 bringt der norddeutsche Entertainer das Leben von Frank Sinatra mit seiner "Sinatra Story" auf die Bühne und verneigt sich vor seinem großen stimmlichen Vorbild, ohne es einfach nur kopieren zu wollen. Nun schreibt Jens Sörensen das nächste Kapitel seines Musikertraums, denn im November hat er sein Album "POP 'N' SWING" veröffentlicht, mit 14 Popsongs – von Depeche Mode bis Ed Sheeran – im Big-Band-Gewand.

Ich war eigentlich schon immer so der, der früher am Lagerfeuer immer die Gitarre hatte.

Jens Sörensen
Jens Sörensen im Anzug auf der Bühne, vor ihm ein Mikrofon
Bild: Jens Sörensen

Inspirieren lassen hat Jens Sörensen sich zu seinem dritten Album von Paul Anka. Denn der hatte 2005 eine Platte mit dem Titel "Rock Swings" herausgebracht, auf der sich in Swing übersetzte Rocksongs von Van Halens "Jump" bis zu "Wonderwall" von Oasis finden. Sörensens Antwort auf dieses Projekt, die er in 14 ausgefeilten Arrangements seines Co-Produzenten Uwe Bye formuliert hat, trägt nun den Titel "POP 'N' SWING" und – so viel sei schon verraten – kann sich absolut hören lassen. Schon früher habe er am Lagerfeuer immer seine Gitarre zu Hand gehabt, verrät der Sänger Bremen Eins im Gespräch, sei dann aber durch puren Zufall weiter in die Musikausübung hineingezogen worden. Beruflich hatte es den gelernten Kaufmann nämlich in die Hi-Fi-Branche gezogen. Das war in den 80er-Jahren. Als er aber mit einem Tanzmusiker ins Gespräch kam, der einen Gitarristen suchte, fand Jens Sörensen sich schneller als gedacht auf dem Podium wieder. Als ihm klar wurde, dass die Band in erster Linie einen Sänger und Frontmann suchte, hatte er schon ein Mikrofon vor der Nase und die Tür zum Musikentertainment weit aufgestoßen.

Wenn Frank heute da wäre, welche Stücke hätte er wohl gesungen oder vor allem, wie hätte er das rübergebracht?

Jens Sörensen

Seinen persönlichen Sinatra-Moment hatte Jens Sörensen, als er sich als Urlaubslektüre eine Biografie von Frank Sinatra schnappte, dessen Musik er zu diesem Zeitpunkt durchaus schon schätzte, der er aber noch nicht verfallen war. Die Lebensgeschichte von "Ol‘ Blue Eyes" faszinierte Sörensen dermaßen, dass er beschloss, diese auf die Bühne zu bringen. Damit war seine "Sinatra Story" geboren, denn dieser großartige Sänger und Entertainer verkörpere doch viel mehr als nur Musik, Alkohol, Frauen und Mafia – und Sinatras facettenreiches Leben wolle er seinem Publikum vermitteln, betont Sörensen. Für sein aktuelles Albumprojekt "POP 'N' SWING" nun hat der Oldenburger mit der schmucken Abendgarderobe sich die entscheidende Frage gestellt, welche Stücke Frank Sinatra denn heute wohl gesungen hätte, wenn er denn noch leben würde.

Wie würde Frank noch klingen, wenn er heute da wäre?

Jens Sörensen

Jens Sörensen hat sein großes musikalisches Vorbild Frank Sinatra nie bloß kopieren wollen, das wäre vermessen, gibt der Sänger mit der sonoren Stimme zu. Aber seine unbestrittene stimmliche Ähnlichkeit mit "The Voice", auf die Sörensen immer wieder angesprochen worden ist, haben ihm die musikalische Welt der Big Band erschlossen. In deren Sound hat Jens Sörensen gemeinsam mit seinem Arrangeur und Co-Produzenten Uwe Bye aus Holdorf nun seine Pop-Hits von Soft Cell über Coldplay bis hin zu Adele gekleidet. Denn Multiinstrumentalist Bye hatte dieselbe Idee gehabt und suchte eine Stimme für seine Arrangements. Die Aufnahmen fanden dann im Mai 2022 in den UBM Studios in Holdorf statt. Und wieder lautet eine große Frage dahinter: Wie würde Frank Sinatra klingen, wenn er heute noch da wäre?

Es sollte dann auch wirklich jetzt nicht 'ne reine Coverversion werden, sondern wirklich greifbar, hörbar auch was Besonderes, was Neues.

Jens Sörensen
Bremen-Eins-Musikredakteur Christian Höltge und Sänger Jens Sörensen im Bremen-Eins-Studio
Jens Sörensen (rechts) zusammen mit Bremen-Eins-Musikredakteur Christian Höltge. Bild: Radio Bremen | Jan Waldschütz

Jens Sörensen und Uwe Bye wollten die von ihnen ausgewählten Popsongs nicht einfach nur covern, sondern etwas ganz Besonderes aus ihnen machen. Als erstes Beispiel dafür fällt Jens Sörensen im Gespräch Ed Sheerans Ballade im Dreivierteltakt "Perfect" ein. Er verwandelt Sheerans 2017 erschienenen Nummer-eins-Hit in eine veritable Big-Band-Nummer im Viervierteltakt. Das sei auch stimmlich eine echte Challenge gewesen, erinnert Sörensen sich. Aber er wolle sich immer auch vom Original lösen und dieses mit seiner Interpretation neu definieren.

So hat auch jeder Titel irgendwo auch – ja, vielleicht auch ein bisschen ‘ne etwas andere Seele bekommen.

Jens Sörensen

Das ist schon ein hoher Anspruch, den der Entertainer so gekonnt und elegant umsetzt, wie er in Hut und Smoking auftritt. Wie er etwa seinen Lieblingssong auf dem Album, "Enjoy The Silence", aus der wohligen Düsternis von Depeche Mode ins pulsierende Licht des Big-Band-Swings holt, ist schon beeindruckend. Ebenso frappierend ist der Wandel, dem Adeles sphärischer Hit "Hello" unterzogen wird. Bei Sörensen hören wir diesen als kraftvoll pulsierende Big-Band-Nummer. Dazu kommen von Uwe Bye geschickt in seine Arrangements eingebaute musikalische Zitate. Mal offensichtlich wie das Riff aus "New York, New York", welches sich als Leitmotiv durch Sörensens Version von Limahls "Neverending Story" zieht; mal subtil versteckt wie zwei Motive aus Sergej Prokofjews "Peter und der Wolf" in den New-Orleans-Jazz-Band-Soli seiner Adaption von Soft Cells "Tainted Love". Und im letzten Titel des Albums, dem Cover von Coldplays "Viva La Vida", erscheint im Intro Gene Kelly mit seiner gesungenen und getanzten Filmszene "Singin‘ In The Rain" vor dem inneren Auge. Coldplays Nummer-eins-Hit endet in Jens Sörensens Fassung dann mit den Schlussakkorden der Titelmelodie vom "Aktuellen Sportstudio". Jeder Song solle eine andere Seele bekommen, das sei sein Ziel, stellt Sörensen klar.

Für mich war die größte Herausforderung tatsächlich, mich vom Original gedanklich auch zu lösen.

Jens Sörensen

Es geht Jens Sörensen und Uwe Bye bei ihren Arrangements aber auch um eine gewisse Balance. Sie wollen ihren Songs den Stil der Originale nicht komplett nehmen, sodass ein Wiedererkennungswert bleibt, aber gleichzeitig etwas Neues auf die Beine stellen. Die größte Herausforderung für ihn sei gewesen, sich vom Original gedanklich zu lösen, erklärt Sörensen. Rückblickend sei das gesamte Projekt mit enorm viel Arbeit verbunden gewesen. Nicht nur, weil Uwe Bye genaue Vorstellungen vom Sound seiner Big-Band-Arrangements hatte und schon im Vorfeld genau wusste, wer zum Beispiel welches Solo spielen sollte, sondern ebenso, weil sie beide vom Ehrgeiz getrieben wurden, es immer noch besser zu machen.

Im Swing, gerade wenn man die Stücke dann nicht nur einmal, sondern mehrfach singt zum Einsingen, damit es eben halt auch das entsprechend qualitativ gute Ergebnis wird, ja, hast du dann natürlich ganz oft das Gefühl, Frank steht hinter dir.

Jens Sörensen
Jens Sörensen singt auf der Bühne
Bild: Jens Sörensen

Die Songs auf "POP 'N' SWING" haben Jens Sörensen durch sein Leben begleitet. Jetzt betrachtet er diese von einer anderen Warte aus und sieht in ihnen Potenziale, die ihm vorher gar nicht so bewusst gewesen sind. "Bette Davis Eyes" könne vom Text her genauso gut von einem Mann gesungen werden, hat er festgestellt, obwohl er natürlich die Version von Kim Carnes im Ohr hatte. Aber auch bei Jens Sörensens aktuellem Musikprojekt ist der großartige Entertainer Frank Sinatra im Hintergrund immer noch präsent. Manchmal habe er das Gefühl, Frank stehe hinter ihm, gibt der norddeutsche Crooner zu. Ihn habe er sich bei der Herangehensweise an seine eigenen Coverversionen zum Vorbild genommen, denn Sinatra hätte sich bestimmt nicht von irgendwelchen Vorgaben beeinflussen lassen und eben einfach sein eigenes Ding daraus gemacht, eine Art "I did it my way", gibt Sörensen schmunzelnd zu.

Ich glaub', das ist einfach so der Punkt, dass man versucht, dieses Gefühl der Leichtigkeit, die ja in jedem Song auch irgendwie zum Tragen kommen soll, da irgendwie auch erreichen kann.

Jens Sörensen

Dieses gewisse Gefühl der Leichtigkeit, das dem Swing aus Jens Sörensens Sicht sein ganz spezielles Feeling gibt, wolle er mit seinen gecoverten Songs vermitteln, betont der Oldenburger Entertainer. Das funktioniere natürlich nur, wenn man sich in dem jeweiligen Song auch wohlfühle. Wohlbefinden und Wertschätzung der Musik – das sind auch die beiden Gründe, warum "POP 'N' SWING" nur als klassische Langspielplatte auf Vinyl veröffentlicht wird. Der Prozess des Plattenauflegens allein sei doch schon ein ästhetischer Vorgang, betont Sörensen, und Musik sollte doch viel aufmerksamer und bewusster gehört werden. Das werde jedoch durch die omnipräsente Verfügbarkeit von Musik auf Streaming-Portalen immer mehr verschüttet und dem wolle er mit seinem Album einen kleinen Kontrapunkt entgegensetzen.

Bremen-Eins-Musikredakteur Christian Höltge und Sänger Jens Sörensen im Bremen-Eins-Studio

Interview mit Jens Sörensen über sein neues Album "POP 'N' SWING"

Interview mit Jens Sörensen über sein neues Album "POP 'N' SWING"

Bild: Radio Bremen | Jan Waldschütz

Jens Sörensen geht es mit "POP 'N' SWING" auch um den Ausdruck eines Lifestyles, wie ihn Frank Sinatra hat vermitteln können. Deshalb seien alle Nummern auf seinem neuen Album auch tanzbar. Das werden dann die zu erwartenden Life-Auftritte des Entertainers aus dem Nordwesten unter Beweis zu stellen haben. Auf jeden Fall hat er seinem Songbook nun 14 Poptitel hinzugefügt, die er in wahre Big-Band-Perlen verwandelt hat. Wenn also Jens Sörensen diesen Popsongs seinen Hut aufsetzt und ihnen dadurch auch ein neues Gesicht verleiht, dann ist das nicht nur äußerst kreativ, sondern klingt auch richtig gut!

Jens Sörensen "POP 'N' SWING"
Schott Music Group
EAN: 4010229100173
VÖ: 11.2022

Gewinnen Sie das Album "POP 'N' SWING" von Jens Sörensen als Vinyl-LP

Das Gewinnspiel endet am 23. Dezember 2022.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 19. Dezember, 14:40 Uhr