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Das Wochenende mit Ariane Wirth

Chris de Burgh "The Legend Of Robin Hood" Chris de Burgh hat sich musikalisch in den Sherwood Forest aufgemacht

Autor

Manche Legenden sind einfach nicht totzukriegen – und zu denen gehört die Sage von Robin Hood. Nun hat Chris de Burgh sich einen Köcher voller musikalischer Pfeile umgehängt, die er auf seinem neuen Album ”The Legend Of Robin Hood” mit melodischer Treffsicherheit und großer Freude an erzählerischem Pathos verschießt.

Cover: Chris de Burgh, The Legend of Robin Hood, Telamo (Warner)
Bild: Telamo (Warner)

So klingt "The Legend Of Robin Hood" von Chris de Burgh

So klingt "The Legend Of Robin Hood" von Chris de Burgh

Cover: Chris de Burgh, The Legend of Robin Hood, Telamo (Warner)
Bild: Telamo (Warner)
Bild: Telamo (Warner)

Der irische Altmeister empfindsamer Melodien ist mit den 23 Nummern seiner am 3. September veröffentlichten Robin-Hood-Erzählung nicht nur mitten in seinem Element als Komponist zu Herzen gehender Melodien, sondern die Linie seiner Vorfahren reicht zurück bis zu Hubert de Burgh, dem 1. Earl of Kent. Dieser war unter dem englischen König Johann Ohneland – dem gekrönten Gegenspieler Robin Hoods - leitender Minister und für den minderjährigen Heinrich III. sogar Regent Englands gewesen. Grund genug also für Chris de Burgh, seine eigene Version der Ereignisse um den grünberockten Kämpfer für Gerechtigkeit zu schreiben.

Für die Musicalproduktion hatte ich wie gewünscht 6 bis 8 Songs geschrieben. Und dann fragte ich mich, warum ich daraus nicht mein eigenes Album machen sollte.

Chris de Burgh
Chris de Burgh sitzt auf einer weißen Bank und lächelt in die Kamera
Bild: Telamo | Ruth Medjber

Die Idee zu seinem aktuellen Studioalbum war dem fast 73-jährigen Songwriter während seiner Arbeit an einem Musical über Robin Hood gekommen, welches im Juni 2022 im Schlosstheater Fulda Premiere feiern wird. Chris de Burgh steckte ja laut eigener Aussage bis über beide Ohren in der Materie und konnte sich für die Idee eines Robin-Hood-Albums immer mehr begeistern. Schließlich sei Robin Hood doch so gut wie jedem ein Begriff, ebenso wie seine Gefährten Little John, Bruder Tuck und Will Scarlett und nicht zuletzt sein bösartiger Gegenspieler, der Sheriff von Nottingham.

Da Robin Hood ja vielleicht gar nicht existiert hat, kann man doch seine eigene Geschichte über ihn schreiben.

Chris de Burgh
Chris de Burgh lehnt sich auf eine Gitarre
Bild: Telamo | Ruth Medjber

Und so hat der Weltstar mit der einschmeichelnden Stimme seine eigene Geschichte um Robert of Loxley, alias Robin Hood, geschrieben. Robin, Sohn des Earls of Huntingdon, wird als 19-Jähriger mit der erst 13-jährigen Marian aus dynastischen Gründen verheiratet, zieht im Gefolge von Richard Löwenherz als Kreuzfahrer nach Jerusalem und entgeht auf der Rückreise als desillusionierter und traumatisierter Kämpfer nur knapp einem Mordanschlag seines ehemaligen Freundes Guy of Gisbourne. Denn dieser neidet ihm seine Frau und seinen Adelstitel. Als Widerständler gegen King Johns Unrechtsregime wird Robin Hood verhaftet, beinahe gehängt und schließlich in einem unfairen Zweikampf von Guy of Gisbourne getötet. Doch Lady Marian nimmt umgehend Rache, natürlich mittels eines gut gezielten Pfeils. Mit einer finalen Kraftanstrengung verschießt der in Marians Armen sterbende Robin seinen letzten Pfeil und findet dort, wo dieser zu Boden geht, seine letzte Ruhestätte. Mit einem emotional hochaufgeladenen Finale findet Chris de Burghs von reichen Orchesterarrangements ebenso wie von keltischem Folk und melodiösen Popsongs durchzogene musikalische Erzählung ihren würdigen Abschluss. Mit "Light A Fire!" gibt es sogar eine treibende Folkrock-Nummer, die auf der Umarbeitung des gleichnamigen Songs aus Chris de Burghs 1982er-Album "The Getaway" basiert.

Als Hilfestellung für mein Album habe ich die gesamte Erzählung in Kurzform aufgeschrieben. Ich beschloss, die Geschichte in Buchform zu schreiben – es handelt sich hier also um mein erstes Buch überhaupt.

Chris de Burgh

Ein Hauch Stolz schwingt in Chris de Burghs Stimme mit, wenn er von "The Legend Of Robin Hood" als seinem ersten Buch überhaupt spricht. Es habe ihm bei der Konzipierung seines aktuellen Albums geholfen, die Handlung erst einmal in Buchform festzuhalten, erzählt de Burgh. Sein Produzent Chris Porter sei sogar zu ihm nach Irland gekommen, um ihn beim Vortrag seiner Erzählung aufzunehmen. Das habe ihm unglaublich viel Spaß gemacht, weil er mit verschiedenen Stimmen habe sprechen können.

Ich wollte keinen klassischen Erzähler, sondern beschloss, eine Situation zu entwerfen, in welcher sich alle fühlen sollten, als befänden sie sich in einer Schenke.

Chris de Burgh
Sänger Chris de Burgh lehnt sich auf seine Gitarre und lächelt in die Kamera
Bild: Telamo | Ruth Medjber

Was die Form seiner Robin-Hood-Erzählung betrifft, so geht Chris de Burgh beinahe wie bei einem klassischen Oratorium vor. Denn er hat sich mit seiner "Legend Of Robin Hood" von der Musical-Vorlage wegbewegt und reiht nicht bloß Songs aneinander, sondern streut kleine, die Handlung vorantreibende und kommentierende Zwischenspiele ein, die innerhalb von Oratorien als Rezitative bezeichnet werden. Die Atmosphäre seines Robin-Hood-Albums solle die einer Schenke um 1770 herum vermitteln, betont de Burgh, mit flackernden Kerzen, Musikern, Poeten, Tänzern – und einem Geschichtenerzähler. Der betritt die Bühne und zieht sein Publikum sofort in seinen Bann.

Ich sehe Dinge vor meinem inneren Auge so filmisch – wie in einem Kinofilm!

Chris de Burgh

"The Legend Of Robin Hood" ist ein echtes Konzeptalbum. Es steckt voller bisweilen volksliedartiger Melodien, wird von einer von de Burghs Keyboarder Nigel Hopkins arrangierten Ouvertüre feierlich eröffnet, überrascht mit filmmusikartigen Elementen und lässt selbstverständlich auch hemmungsloses Pathos nicht aus. Aber Chris de Burgh, diesem versierten Geschichtenerzähler, nimmt man diesen Überschwang der Gefühle eben auch ab. Großes Kino für die Ohren bietet der Popbarde, der die Handlung seiner Robin-Hood-Erzählung vor seinem inneren Auge wie einen Kinofilm ablaufen sieht. Mit seinen Songwriter-Kenntnissen schildert de Burgh seinen Robin Hood denn auch facettenreich und lässt ihn eine Verwandlung vom ausgelassenen Teenager zum mitfühlenden Anführer durchlaufen. Erfahrungen mit literarischen Vorlagen gesammelt hat Chris de Burgh bereits mit seinem Album von 2010 "Moonfleet & Other Stories", welches auf einem Abenteuerroman des britischen Autors John Meade Falkner basiert. Das verkaufe sich heute noch gut, beobachtet de Burgh, und deshalb sei er auch vom Erfolg seines Robin-Hood-Projekts überzeugt. Spätestens das Weihnachtsgeschäft wird dann zeigen, ob der in der Nähe von Dublin lebende Songwriter damit ins Schwarze getroffen hat.

Die Arbeit an einem traditionellen Album mit zum Beispiel 10 Songs wird mir niemals langweilig werden und deshalb versuche ich mich an der langen Form.

Chris de Bugh

Es ist schon mutig oder aus Chris de Burghs Sicht zumindest sehr konsequent, in Zeiten von Playlists und Audio-Streaming-Diensten auf die traditionelle Form eines Albums zu setzen. Das sei in der Tat harte Arbeit, aber diese werde ihm niemals langweilig werden, stellt der Songwriter mit dem sanften Blick klar. Die Vorstellung, sich aus einem Album nur einzelne Songs herauszupicken, schmerze ihn dagegen. Also hat Chris de Burgh sich auf "The Legend Of Robin Hood" akribisch vorbereitet, sich intensiv eingelesen und dann innerhalb von nur 4 Tagen bei sich zu Hause 22 Gesangsparts aufgenommen. Das gesamte Album dann wurde in Peter Gabriels Real World Studios in der englischen Grafschaft Wiltshire eingespielt.   

Chris de Burgh
Bild: Telamo | Ruth Medjber

Chris De Burgh bleibt seinem Stil treu, aber er erfindet sich auch ein wenig neu, indem er ein historisches Pop-Oratorium schreibt. Das wirkt viel unverkrampfter als manche abrupte Stilwende, die andere Künstler gern einmal vollziehen. Sein aktuelles Album hat er auch auf zukünftige Konzerte hin konzipiert. Mit "The Legend Of Robin Hood" möchte Chris de Burgh sein Publikum so einfangen, wie er es auf der Bühne gewohnt ist. Wenn dieses dann die Köpfe voller Melodien und die Herzen voller bewegter Gefühle nach Hause geht, dann hat Chris de Burgh seine Aufgabe erfüllt – so wie eben damals Robin Hood.

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Die Songs

TitelDauer
The Robin Hood Overture3:10
The Tale Of Robin Hood3:13
The Wedding Feast3:46
Only A Child3:53
The Man With The Double Face3:30
Home From the War (Part 1)0:59
Live Life, Live Well3:32
Home From the War (Part 2)0:57
Open Your Eyes3:26
The Arrest!1:45
Break The Law!2:38
In Sherwood Forest1:59
The Speech To The Outlaws1:50
Light A Fire!3:27
The Robbery1:23
We've Got The Money2:20
A Love Revealed0:40
I'm Falling In Love (All Over Again)3:58
In Prison1:07
The Duel3:20
Where My Last Arrow Falls2:37
A Man For The Ages0:53
Legacy3:59

Chris de Burgh "The Legend Of Robin Hood”
Telamo
EAN: 4053804315661
VÖ: 03.09.2021

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 20. September 2021, 16:40 Uhr