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Album der Woche Ann Doka traut sich, musikalisch ihre Ecken und Kanten zu zeigen

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Als Musikerin auf einem anderen Weg unterwegs, aber nach wie vor "Music City" Nashville fest im Blick – so präsentiert Ann Doka sich auf ihrem neuen Album "House Of Change". Dort treffen elektronische Sounds auf Banjo, an Coldplay erinnernde Gitarren-Riffs auf Country-Drive.

Albumcover Ann Doka "House of Change"
Bild: NASH*DASH Records
Albumcover Ann Doka "House of Change"

So klingt Ann Dokas Album "House Of Change"

So klingt Ann Dokas Album "House Of Change".

Bild: NASH*DASH Records
Musikerin Ann Doka mit Gitarre im Bremen-Eins-Studio
Ann Doka im Bremen-Eins-Studio

Ann Dokas Unplugged-Version von "Better Walk On"

Ann Dokas Unplugged-Version von "Better Walk On"

Bild: Radio Bremen | Christian Höltge

Mit ihrem 3. Studioalbum bekennt sich die vor den Toren Bremens lebende Singer-Songwriterin ganz bewusst zu ihren Ecken und Kanten. Dazu biete sich ein neues Album einfach an, hat sie Bremen Eins erzählt. Und nicht nur das: Mit dem Veröffentlichungstermin am 1. April 2022 hat Ann Doka sich auch noch ein persönliches Geschenk gemacht, denn auf diesen Tag fällt ihr 42. Geburtstag.

Ich habe in den letzten Jahren versucht, ein bisschen mutiger zu sein, und das war auch tatsächlich der Arbeitsauftrag an Jonathann, meinen Produzenten in Nashville.

Ann Doka

Ihren ursprünglichen musikalischen Anspruch, alles mit maximalem Perfektionismus auf den Weg zu bringen, hat die engagierte Songwriterin etwas beiseite gerückt und ist für ihr aktuelles Album mehr ins Risiko gegangen. Sie wollte sich einmal etwas trauen und ihre rauen Seiten zeigen. Dafür hat sie Bielefeld, den Produktionsort ihres letzten Albums "Lost But Found", gegen Nashville, Tennessee getauscht und ihrem Produzenten Jonathann Rice den entsprechenden Arbeitsauftrag erteilt. Sie fühle sich jetzt bereit, auch "rauszuhauen", betont Ann Doka.  

Im Laufe der Jahre entwickelt man ja dann doch irgendwie so ein Bewusstsein für seine Ecken und Kanten und ist dann vielleicht auch ein bisschen stolz darauf, dass man die hat, und dann finde ich, kann man die auch zeigen.

Ann Doka

Zu ihren Ecken und Kanten hat Ann Doka auch im "House Of Change" gefunden, einem Erklärungsmodell des schwedischen Psychologen Claes F. Janssen für Veränderungsprozesse. Als Titel ihres neuen Albums kommt diesem "House Of Change" für Ann Doka gerade auch persönlich eine große Bedeutung zu. Nicht nur, dass sie als Kommunikationstrainerin grundsätzlich ein großes Interesse an der Psychologie entwickelt hat, sie selbst musste in den letzten Jahren einige Veränderungen durchlaufen, von denen sie nicht alle immer gleich akzeptiert hat. Jetzt, auf ihrem aktuellen Album, ist sie erst einmal angekommen und beleuchtet in ihren 11 neuen Songs Geschichten, die in diesem Zeitraum entstanden sind.

Die Musikerin Ann Doka mit einer Gitarre auf der Bühne
Bild: IMAGO | Future Image

Musik muss auch in vielen Dingen einfach auch noch ein bisschen das Leben an sich abbilden und sich vielleicht nicht nur mit hochtrabenden Themen beschäftigen, die ohnehin jeden Tag diskutiert werden.

Ann Doka

Als offene Künstlerinnenpersönlichkeit erzählt Ann Doka in ihren Songs immer die eigenen Geschichten. Sie möchte keine Lieder über Politik schreiben. Sie habe da natürlich ihre Meinungen, betont sie, aber in ihrer Musik geht es ihr zuallererst um die "Little Things In Life", wie einer ihrer neuen Songs betitelt ist. Auf die Menschen in ihrem Alltag voller kleiner, aber nichtsdestotrotz wichtiger Dinge richtet sie ihren Blick als Songwriterin. 

Ich gehe immer von der Musik aus und schaue einfach mal, welcher Text Lust hat sich zu dieser Musik zu finden.

Ann Doka

Fürs Schreiben neuer Songs braucht die aus Hessen in den Norden gezogene Musikerin einen lichtdurchfluteten, weiten Raum. Dort schnappt sie sich ihre Gitarre und beginnt zu spielen. Der Text kommt dann intuitiv dazu, Ann Doka nennt das Blindtext-Singen. Für sie ist es ein spannender Prozess, zu erleben, wie sich ein Text zur Musik einstellt und beide schließlich eine Einheit in Form eines Songs bilden. Spontane Songideen außerhalb ihres kreativen Rückzugsraumes speichert sie als Sprachmemos auf ihrem Handy und versieht diese je nach Potenzial mit bis zu fünf Herzchen. 

Ann Doka mit Musikredakteur Christian Höltge im Bremen-Eins-Studio
Ann Doka und Musikredakteur Christian Höltge im Bremen-Eins-Studio Bild: Radio Bremen

Ich möchte, dass man immer noch ein kleines bisschen Nashville heraushört, aber ich möchte auch im Radio gespielt werden. Meine Popleidenschaft muss da auch rauskommen.

Ann Doka

In Jonathann Rice habe sie einen Ausnahmeproduzenten gefunden, schwärmt Ann Doka. Der habe in Nashville einen sehr guten Stand und sie durch seine große Kreativität, die er aber mit Bedacht einsetze, beeindruckt. Als sie Rice im Vorgespräch deutlich machte, dass sie anders klingen wolle, nahm er die Herausforderung, Ann Dokas Popleidenschaft mit Nashville-Feeling zu amalgamieren, nur zu gern an.

Mittlerweile sage ich, es ist so Songwriter-Pop mit einer Note Nashville – so ungefähr.

Ann Doka

Ihren gemeinsamen Plan haben Ann Doka und Jonathann Rice hörbar umgesetzt. Was die beherzt agierende Musikerin selbst als Songwriter-Pop mit Nashville-Touch empfindet, präsentiert sich auf "House Of Change" als zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen zupackendem Rock und geheimnisvoll flirrendem Pop die eigene Bahn suchende Songfolge. Der knackige Rocksong "My Daddy’s Child" und das sehnsuchtsvollen "But I Do" etwa liegen schon Klangwelten auseinander, aber Ann Doka gelingt es, diese mit ihrer Stimme zusammenzuführen.

Es war einmal eine ganz andere Erfahrung, so ein Album zu produzieren, denn man nimmt sich viel mehr Zeit für die Studioarbeit.

Ann Doka
Musikerin Ann Doka mit Gitarre im Bremen-Eins-Studio
Ann Doka im Bremen-Eins-Studio Bild: Radio Bremen | Christian Höltge

Ann Doka sieht sich als "Macherin", die auch gern einmal mit ihrer Band einfach drauflosrockt. Pandemiebedingt hat sich die Arbeit an "House Of Change" allerdings hingezogen. Nicht nur das. Auch ihr Plan ein Album komplett in Nashville aufzunehmen, wurde ausgebremst. Stattdessen hat sie sich immer wieder zu den dort stattfindenden Aufnahmen zugeschaltet, da Reisen in die USA ja untersagt waren. Ihre Gesangsspuren hat Ann Doka im heimischen Studio aufgenommen und dann an ihren Produzenten geschickt. Insgesamt ist die Arbeit an ihrem aktuellen Album für diese wache Songwriterin aber eine positive Erfahrung gewesen, denn sie hat viel mehr über ihre Songs nachdenken können. Der fehlende Zeitdruck eröffnete ihr schlicht Möglichkeiten für verstärkte Feinarbeit an ihrer Musik, die ihre Songs nach eigener Einschätzung auch weitergebracht hat. Ann Doka empfindet das, was in den zwei Jahren der Pandemie entstanden ist, als eine Art Reise, in welcher sich die komplette Corona-Phase für sie abbildet.

Wenn Dinge nicht so laufen, wie es vielleicht geplant war, oder wie man auch dachte, wie sein Leben vielleicht verläuft: Hab einfach mal den Mut weiterzugehen, und dann passiert schon immer was – und meistens was Gutes.

Ann Doka

Der Mut weiterzugehen, wenn man Veränderungen ausgesetzt ist, hat Ann Dokas neues Album geprägt. Die Single-Auskopplung "Better Walk On" bringt dies auf den Punkt. Die ihre Musik mit unverstellter Aufrichtigkeit zum Leben erweckende Songwriterin hat die Zeit von 2020 bis heute so intensiv und systematisch genutzt, dass sie jetzt in einer Lebensphase angekommen ist, in der sie sich wünschte, es würde sich nicht mehr allzu viel ändern. "House Of Change" ist ein Album von Aufbruch und Ankommen. Ann Dokas Etappenziel zumindest kann sich hören lassen.

Albumcover Ann Doka "House of Change"

Ann Doka im Gespräch mit Bremen Eins zum Album "House Of Change"

Ann Doka im Gespräch mit Bremen Eins zum Album "House Of Change"

Bild: NASH*DASH Records

Die Songs

TitelDauer
Rooms2:47
Lights Go Down3:22
Better Walk On2:23
Little Things in Life2:49
Alibi3:03
Higher Lows3:10
What About Me3:09
My Daddy's Child2:47
Unstoppable2:42
But I Do3:04
Wrong3:00

Ann Doka "House Of Change"
NASH*DASH Records
EAN: 1980030150816
VÖ: 01.04.2022

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 4. April 2022, 16:40 Uhr