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Der Sonntag

Der Parzellist Wir sind jetzt Hoteliers

Der Parzellist vor seinem Insektenhotel für Wildbienen
In seinem Sandarium, einem Insektenhotel für Wildbienen, die unter Tage leben, erwartet unser Parzellist jetzt die ersten Mieterinnen. Kost und Logis sind natürlich frei.

Wir sind jetzt Hoteliers

In Deutschland leben gut 550 verschiedene Wildbienenarten und nur ein Teil von ihnen lebt oberirdisch. Für alle anderen hat der Parzellist ein Sandarium gebaut.

Bild: Radio Bremen | Jens Schellhass

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In Deutschland leben gut 550 verschiedene Wildbienenarten, und nur ein Teil von ihnen lebt oberirdisch. Für alle anderen hat der Parzellist ein Sandarium gebaut.

In Deutschland leben gut 550 verschiedene Wildbienenarten, und nur ein Bruchteil von ihnen lebt oberirdisch. Die meisten von ihnen verkrümeln sich unterirdisch, um dort den Winter zu verbringen und über den Sommer ihre Jungen auf die Welt zu bringen. Deshalb hat unser Parzellist ein so genanntes Sandarium gebaut, ein Hotel für Wildbienen-Königinnen, die unter Tage leben.

Ein Sandarium sollte mindestens 30 bis 40 Zentimeter tief sein und einen Durchmesser von mindestens zehn Zentimetern aufweisen. Es reicht also im Prinzip ein Blumentopf. Unser Gartenfreund hat sich eine alte Zinkwanne besorgt, weil auf einer größeren Fläche mehrere Bienenvölker entstehen können. Im Prinzip ist die Bauweise aber immer die gleiche. Wasser muss abfließen können. Deshalb braucht es Löcher im Boden. Eine Drainage von drei bis vier Zentimetern Höhe aus Kies, Blähton oder Muscheln sorgt dafür, das sich das Wasser nicht staut. Dann wird der Behälter mit Sand aufgefüllt. Der Sand sollte sich wie ein Schneeball formen lassen und auch trocken seine Form behalten. Notfalls kann der Sand mit Lehm oder Ton vermischt werden. Ton ist meist in Geschäften für Bastelbedarf erhältlich. Der Sand wird dann fest im Behälter angedrückt.

Wählen Sie auf jeden Fall einen sonnigen Standort Richtung Süden. Die Aufzucht der Wildbienen braucht Wärme. Ein vor Regen geschützter Standort wäre von Vorteil, zum Beispiel eine Hauswand.

Die Pflege eines Sandariums ist denkbar einfach. Halten Sie es frei von Wildkräutern und sammeln Sie im Herbst die Blätter ab. Um die Bienen vor Katzen zu schützen, die das Sandarium gern als Toilette nutzen würden, legen sie ein paar dornige Zweige obenauf. Grobmaschiger Kaninchendraht geht auch.

Manche Bienen freuen sich auch über Schneckenhäuser. Legen Sie sie einfach auf die Oberfläche, ebenso löchrige Ziegelsteine und Totholz. Damit produzieren einige Insekten eine papierartige Masse, mit der sie ihr Nest bauen.

Ein Sandarium, egal welche Größe, ist keine große Arbeit, und es unterstützt die Sicherung der Artenvielfalt. Wildbienen sind nämlich sehr viel effizienter im Bestäuben von Blüten und nutzen auch Blumen, die für die domestizierte Honigbiene von keinem Interesse ist.